Spubbles Quickies #16

Alle zwei Wochen haben wir für euch den kommentierten Rückblick: Was tut sich aktuell in der Branche? Heute mit Auslieferungen, mangelnder Betreuung, Metadaten und Geschichten-Klau …

Auslieferung für Selfpublisher

Bücher drucken ist dank Print-on-Demand auch für Selfpublisher kein Problem mehr. Selbst höhere Auflagen sind inzwischen recht kostengünstig zu haben. Doch was macht man damit? Alles in der Garage lagern, zum Buchhändler tragen und Verwandten in die Hand drücken? Bei Verlagen übernehmen diese Aufgaben spezielle Dienstleister – Verlagsauslieferung. Für Selfpublisher war es bisher aber kaum möglich an sie heranzutreten, da solche Unternehmen nicht gerne mit Selbstverlegern zusammenzuarbeiten scheinen. Eine Lösung ist aber nun in Aussicht und sie heißt „Fin Gadar„. Laut Website bietet dieses Unternehmen eine Auslieferung „für alle, die Logistik brauchen, ohne sich abhängig machen zu wollen“ und spricht konkret kleine Verlage und Selfpublisher an. Fin Gadar übernimmt dabei die Lagerung und den Versand bei Bestellung und stellt zudem auch die Rechnung. Die Frage ist nur, ob sich das lohnt – Die Selfpublisherbibel zeigt Kosten und Rabatte auf.

 

Betreuungsnotstand

Bei Indie-Publishing spricht die Literaturagentin Elisabeth Ruge „über den Wandel der Verlagsarbeit“ und prangert dabei vor allem die unzureichende Betreuung der Autoren an. Dadurch müssen Agenten mehr Aufgaben übernehmen und Selfpublishing wird zunehmend interessanter. Vor allem das Lektorat betreffend würden Agenten viele Aufgaben im Vorfeld übernehmen, für die der Verlag oftmals nicht mehr genügend Zeit opfern könne. Auch würden im Vertrieb und Marketing nicht unbedingt Vorteile aus der Verlagsveröffentlichung gezogen werden. Dennoch positioniert Ruge sich klar: „Andere Publishing-Angebote haben zwar ihre Berechtigung, aber ich halte unsere klassischen Buchverlage immer noch für die beste Adresse für unsere Autoren.“ Trotzdem dürfte eine Zunehmende Unzufriedenheit mit der derzeitigen Verlagsarbeit das Selfpublishing (zumindest teilweise) beflügeln.

 

Verbesserte Discoverability durch bessere Metadaten

Books on Demand hat sich schon seit längerem das Ziel einer bessere Auffindbarkeit von Titeln für Buchhändler und Leser gesetzt, jetzt sieht es so aus, als sei ein Meilenstein gelegt worden.BoD führt ab sofort die internationale Bücherklassifikation „thema“ ein. Diese Klassifikation dient der Suche nach inhaltlichen Aspekten und erlaubt Autoren und Verlagen eine detaillierte und zielgruppenspezifische Einordnung der eigenen Bücher. Das könnte auch Selfpublishern helfen vor allem Nischenthemen eine höhere Sichtbarkeit zukommen zu lassen. In Zukunft sollen mehr als 2.500 Kategorien und 2.000 ergänzende Spezifikationen für eine detaillierte und umfassende inhaltliche Einordnung eines Titels zur Verfügung stehen.

 

Alles nur geklaut

Von Sunny Munich muss man nicht unbedingt schon mal gehört haben, doch spätestens jetzt ist die Selfpublisherin (?), die vor allem kurze, erotische Lektüre bietet, in aller Munde. Gerne verfasste sie mit befreundeten Autoren kleine Bändchen, die sich mit Themen wie „Triebe der Lehrerin“ oder „Lust an Perversion“ beschäftigen. Besonders an Sunny sind nicht nur die sehr rauen Themen sondern auch ihr Rhythmus. Laut Selfpublisherbibel veröffentlicht sie fünf Titel pro Monat. Das ist beachtlich, doch langsam wird auch klar warum. Es ist alles nur geklaut. Inzwischen sind schon drei Bücher gesperrt, die offensichtlich abgeschrieben wurden. Und der im Impressum angegebene Verlag deckte zudem auf: „Sunny Munich ist keine natürliche Person, sondern ein rechtlich geschützter und eingetragener Markenname. Unter diesem Pseudonym schreiben und veröffentlichen derzeit acht Autoren.“ Das ändert am Copy and Paste-Verfahren allerdings gar nichts.

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