Sind Selfpublishing-Autoren richtige Autoren?

Anna-Carina Blessmann

Mit der steigenden Wichtigkeit des Selfpublishings (SP) ändern sich auch vermeintlich feste Begrifflichkeiten der Literatur- und Buchwissenschaft: Die klassische Definition, nach der der SP-Autor Risiko und Kos­ten von Herstellung und Vertrieb seines (haptischen) Buches selbst trägt, andererseits aber unabhängig ist und den möglichen Gewinn nicht mit einem Verlag teilen muss[1], scheint in Zeiten der Verbreitung von Inhalten im Internet (z. B. via KDP, BoD, epubli etc.) unvollständig zu sein. Kann bei­spielsweise Fanfiction auch als SP bezeichnet werden?

Auch der Begriff des „Autors“ unterlag einem Wandel vom Autor als Individuum in der Antike [2], über die Funktion als bloßer Vermittler im Mittelalter, zum Geniegedanken im 18. Jhdt. und wieder zur Degradierung als Textvermittler im Poststrukturalismus.[3] Grei­fen also bestehende Autorschafts-Theorien auch im SP noch oder bedarf es gar einer neuen?

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Zwischen Autor und Schreiber?

Christina Greiner-Pachter

„Unsere heutige Kultur beschränkt die Literatur tyrannisch auf den Autor, auf seine Person, seine Geschichte, seinen Geschmack, seine Leidenschaften.“ – Roland Barthes

Anfang Dezember stand Zoe Sugg, eine 24-jährige Bloggerin und YouTuberin, bekannt als Zoella, auf einmal in allen Medien: Die junge Britin hatte es geschafft in der ersten Woche 78.109 Exemplare ihres Debüt-Romans Girl Online zu verkaufen, so viele wie noch keiner seit Beginn der Aufzeichnungen 1998. Dieser Erfolg kann vor allem Zoellas riesiger Fangemeinschaft zugeschrieben werden, alleine auf YouTube folgen ihr 6,5 Millionen Menschen.

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Harry Potter und das Urheberrecht der Verdammnis

Samuel Kerber

Vorsichtig spähte Harry um die Ecke des vor ihm liegenden Ganges. Er hatte den Balrog von Morgoth nicht bis in die tiefsten Katakomben des Urheberrechtes verfolgt, um sich in einem Moment der Unvorsichtigkeit einer Unterlassungsklage gegenüber zu sehen. Weiterlesen