Jana von Bergner: „Das Selfpublishing bietet mir die Möglichkeit, genau die Bücher zu veröffentlichen, die ich schreiben möchte“

Marisa Klein

Nachdem ich mit „Keiner trennt uns“ einen erfolgreichen Abstecher in das Genre Liebesromane gemacht habe, präsentieren wir heute die Autorin Jana von Bergner im Interview. Sie schrieb uns, warum sie romantische Bücher schreibt und wie sie es schafft, sich von all den anderen Liebesromane im Selfpublishing abzusetzen.

Spubbles: Was gefällt Ihnen am Schreiben am meisten?

Jana von Bergner: Ich liebe es, in Geschichten abzutauchen – sei es in Büchern, TV-Serien oder Filmen. Aber nicht immer nimmt die Handlung den von mir erhofften Verlauf. Wie schön ist es dann, beim eigenen Roman selbst zu entscheiden, was als Nächstes geschieht. Allerdings haben meine Figuren ein großes Mitspracherecht.

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© Sascha Moll

Haben Sie sich bewusst entschieden, romantische Bücher zu schreiben?

Ja, das habe ich. Bücher, die gänzlich ohne Liebesgeschichte auskommen, fesseln mich nicht. Selbst in Krimis, die ich nur selten lese, interessiere ich mich stärker für das Privatleben der Ermittler als für die Lösung des Falls. Insofern stand für mich von vornherein fest, dass Liebe in meinen Romanen eine wesentliche Rolle spielen sollte.

Wie schaffen Sie es, sich von der Menge an Liebesromanen bzw. romantischen Büchern
abzusetzen?

Meine Liebesromane sind im Grunde eher Liebesdramen. Zwar geht es letzten Endes darum, wie zwei Menschen zueinander finden, aber ich lasse stets andere Themen von gesellschaftlicher Relevanz mit einfließen: Mobbing, eine ungeplante Schwangerschaft, Organspende. Ich liebe es, meine Figuren vor ein ethisches Dilemma zu stellen, damit meine Leser sich dann dieselbe Frage stellen: Wie würde ich mich in dieser Situation verhalten?

Welche Chancen bietet Ihnen das Selfpublishing?

Das Selfpublishing bietet mir die Möglichkeit, genau die Bücher zu veröffentlichen, die ich schreiben möchte. Ob diese dann Erfolg haben, entscheiden die Leser. Verlage behalten meist nur ihre Kunden im Blick – die Buchhändler. Nischentitel, Ausgefallenes und unbekannte Autoren können sich dort selten durchsetzen. In dieser Hinsicht ist Selfpublishing sehr viel demokratischer: Jeder startet unter den gleichen Voraussetzungen.

Was sehen Sie als Selfpublisherin unerlässlich in Bezug auf die Vermarktung von Büchern?

Die Vermarktung von Büchern ist weit weniger wichtig, als die meisten annehmen. Es kommt vielmehr auf die Vermarktung der Autoren an. Wir sprechen hier von der sogenannten „Autorenmarke“, die jeweils mit einem bestimmten Image verknüpft ist. Leser wissen schon im Voraus, welche Art von Büchern sie von Autor XY erwarten können, auch ohne dass der einzelne Titel groß beworben wird. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Präsenz in Social Media. Gerade Selfpublisher pflegen über Instagram und Facebook engen Kontakt zu ihren Lesern und Bloggern und bauen sich so eine Community auf. Dieses Netzwerk ist unverzichtbar, um in den ersten Tagen nach dem Release genug Aufmerksamkeit und Verkäufe zu erzielen, damit dass eigene Buch in den Internet-Shops überhaupt sichtbar wird.

Was bevorzugen Sie: eBook oder klassisches Buch?

Ich liebe den Geruch und die Haptik gedruckter Bücher, allerdings stehen die Romane in meiner Bibliothek schon in Doppelreihen. Mittlerweile lese ich fast ausschließlich eBooks und habe mich daran gewöhnt, mir überall und jederzeit in Sekundenschnelle ein neues Buch downloaden zu können. Es ist ein wunderbarer Luxus, dass mir auf diese Weise nie der Lesestoff ausgeht.

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