Verlag oder Selfpublishing? Ein Expertengespräch über beide Wege der Veröffentlichung

Verlag oder Selfpublishing? Auf der Buchmesse Leipzig fand am Donnerstag zu diesem Thema ein Expertengespräch statt. Auf der Bühne im Autorenforum Eliane Wurzer, Digitalchefin beim Piper Verlag, die für ihr Programm über neobooks Autoren akquiriert und die Autoren Marie Enters und M.P. Anderfeldt.
Marie Enters wurde auf der Plattform von neobooks entdeckt und ihr Buch „Für immer sein Mond“ wird nun als E-Book bei Piper erscheinen. M.P. Anderfeldt veröffentlicht via Selfpublishing aber auch bei Knaur.

Marie Enters war lange als Buchhändlerin tätig und stand dem Thema Selfpublishing eher kritisch gegenüber. Bisher veröffentlichte sie nur Kinderbücher, wollte ihren ersten Roman aber auch gerne für ihre Leser zur Verfügung stellen. Ihr war neobooks aus Buchhändlerzeiten bekannt und entschloss sich daher für diesen Dienstleister. Die Intension in ein Verlagsprogramm zu kommen bestand zu diesem Zeitpunkt nicht, da es aber auf neobooks die Option gibt ein Expose bereitzustellen, tat sie das und wurde von Eliane Wurzer entdeckt. Selfpublishing war für sie wie Feldforschung zu betreiben, in alle Themen einarbeiten und sich ausprobieren.

Eliane Wurzer erklärt auf Nachfrage, was ein gutes Expose für sie ausmacht und verweist darauf, dass Lektoren aufgrund der Masse an Titeln, die sie sichten müssen, darauf stark angewiesen sind. Wenn ein Autor sein Expose an einen Verlag schickt, sollte er sicher sein, dass sein Titel auch in das Verlagsprogramm passt. Daraufhin erfolgt der Blick ins Expose. Frau Wurzer hat hier kein Problem mit Langtexten. Ein Expose nach ihrem Geschmack besteht aus einem zwei bis vierseitigen Pitch gefolgt von einer Storyzusammenfassung (maximal 15 Seiten) und einer ausführlichen Leseprobe, damit sie ein Gefühl für den Schreibstil bekommt. Ob ein guter Titel in das Verlagsprogramm aufgenommen wird hängt dann auch davon ab, wie voll das Programm schon ist und wo Platz für das Thema ist.

Im Falle Maria Enters war es zusätzlich aber auch die Aktualität des Themas in Verbindung mit einem gut aufgemachten Expose. Das Buch wird bei Piper im Juli erscheinen. Frau Wurzer erklärt, dass ein Buch im Digitalbereich auch mal innerhalb von drei Monaten erscheinen kann, in der Regel sind aber die Vorschauen zum jetzigen Zeitpunkt bis Herbst 2019 voll, vor allem im Printbereich.

Das bestätigt auch M.P. Anderfeldt, der beide Veröffentlichungswege kennt. Für ihn besteht der Vorteil im Selfpublishing vor allem in der Schnelligkeit und, dass er auf keine Entscheidungen im Verlag Rücksicht nehmen muss und sein Cover, Plot, Marketing und vor allem Preisaktionen nicht absprechen muss. Er hat Erfahrung in der Covergestaltung, da er in einer Werbeagentur arbeitet und gibt den Hinweis an alle unerfahrenen Selfpublisher, auf die Qualität des Covers besonders zu achten. Cover gibt es als Premade Cover für circa 50 Euro, er rät davon ab die Vorlagen auf der Plattfrom oder eigene Fotos zu nutzen. Seiner Meinung nach gehen gute Titel im Internet oft durch ein schlechtes Cover verloren. Nachteile im Selfpublishing bestehen für ihn darin, dass man für Lektorat und Korrektorat Geld in die Hand nehmen muss.

Letztlich kam auch die Frage auf, welchen Vorteil Selfpublishing für Verlage hat? Eliane Wurzer sieht vor allem den Vorteil in der Professionalisierung der Autoren, sie könne mit den gut informierten Autoren auf Augenhöhe diskutieren. Aber durch Selfpublishing gehen Autoren auch für die Verlage verloren, weil sie auf diesem Weg mehr Geld verdienen könnten, insofern die Selfpublisher erfolgreich sind.

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