Unsere Gäste > Frank Wittig

Zu Gast bei Selfpublishing und Wissenschaft

 

Aus dem Universitätsalltag sind Fachbücher nach wie vor nicht wegzudenken. Aber wissenschaftliche Texte werden nicht nur von hauptberuflichen Akademikern benutzt. Wissenschaftsjournalisten beispielsweise stehen in ihrem Arbeitsalltag regelmäßig vor der spannenden Aufgabe, das zu entschlüsseln, was im Elfenbeinturm geschrieben wurde, und es für Otto Normalvebraucher neu zu erklären.

Der Wissenschaftsjournalist Frank Wittig begann bereits während seines Studiums der Literaturwissenschaft und Psychologie damit, für verschiedene Magazine und Zeitungen zu schreiben. Seit 1996 ist er Redakteur beim Südwestrundfunk in Mainz, und in vielen seiner Beiträge beschäftigt er sich mit den „dunklen Machenschaften“ in unserem Gesundheitssystem. Sein Sachbuch „Die weiße Mafia“ (2013) schaffte sogar den Sprung in die Spiegel-Bestseller-Liste. Für ihn ist also die Frage, ob eine Studie Hand und Fuß hat, nicht bloß handwerklich, sondern auch inhaltlich von Bedeutung.

Als wir ihn für unser Projekt als Gast zum Thema „Selfpublishing in der Wissenschaft“ einluden, reagierte er zunächst etwas verhalten. „Ich weiß nicht, ob ich dazu so viel sagen kann – selbstpublizierte Fachliteratur begegnet mir eigentlich nie bei der Arbeit.“

Umso besser, fanden wir, denn genau darum geht es uns: Gibt es bestimmte Grenzen, die ein wissenschaftlicher Text ausschließlich mit einem Verlagsnamen als „Gütesiegel“ überwinden kann? Und wenn es sie gibt, ist es bloß eine Frage der Zeit, bis sie fallen, weil mit den Möglichkeiten der immer weiter fortschreitenden Digitalisierung auch unabhängig publizierte Fachliteratur bald salonfähig sein wird?

Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, interessiert uns nicht nur die vermeintlich hohe Qualität, die ein Verlagslektorat sichern soll, sondern auch, welche Kriterien für den späteren Benutzer sonst noch eine Rolle spielen bei der Entscheidung, ob er einer Quelle über den Weg trauen kann. Wenn, ja wenn …

… er sie denn überhaupt erst einmal findet.

 

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