Achtung Nonsens – Hat wissenschaftliches Selfpublishing ein Qualitätsproblem?

Lukas Lieneke

Viele Wissenschaftler hegen Vorbehalte gegenüber selbstpublizierten Artikeln und Forschungsergebnissen. Dies liegt unter anderem an der mangelnden Reputation, die in der Wissenschaft nicht unmaßgeblich mit dem Namen des publizierenden Verlags verknüpft ist. Erscheint ein Artikel in einem renommierten Fachverlag, wird ihm, unabhängig von seiner tatsächlichen Relevanz, ein höheres Maß an Bedeutung und wissenschaftlicher Qualität unterstellt, als dies beim Publizieren auf einer verlagsunabhängigen Plattform der Fall wäre. Denn von erstgenannten wird in der Regel ein kompetentes Lektorat und damit ein Qualitätsmerkmal erwartet, das bei unabhängigen Open Access-Zeitschriften in dieser Form nicht immer vorausgesetzt werden kann. Weiterlesen

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Schattenbibliotheken heute – von der Unerlässlichkeit für Wissenschaftler zur Piraterie durch Jedermann

Ann-Christin Schulz

Im digitalen Zeitalter sind sie ein mehr schlecht als recht gewahrtes Geheimnis. Für die Uneingeweihten: Schattenbibliotheken sind Datenbanken, die Links zu Filehostern bereitstellen. Dort finden sich wissenschaftliche Literatur, Belletristik, Hörbücher – sehr viel was es auf dem Buchmarkt zu kaufen gibt, aber auch das, was der Zensur zum Opfer fiel. Weiterlesen

Open Access als Geschäftsmodell

Lukas Lieneke

Die Idee des Selfpublishing gehört zu den bedeutendsten Publikationswegen im Bereich des Open Access. Unter der glamourösen Bezeichnung »Goldener Weg« verbirgt sich im Open Access-Jargon die Erstveröffentlichung wissenschaftlicher Inhalte in einem elektronischen Medium durch den jeweiligen Autoren – quasi der Inbegriff des Selfpublishing. Doch mittlerweile haben auch die Verlage das mögliche Potential des Open Access für sich entdeckt und ihre Schlüsse daraus gezogen. Weiterlesen

Heureka! Ach nee, doch nich‘.

Wer Selfpublishing sagt, der meint Belletristik. Als wir im Frühjahr unser Projekt damit begannen, mit Fragen und Schlagwörtern um uns zu werfen, schien dies eine unausgesprochene Grundannahme. Sicher, in der Wahrnehmung eines Schriftstellers mag es überlebenswichtig sein, die Früchte seiner Arbeit rezipiert zu wissen. Aber für einen Wissenschaftler ist die Veröffentlichung von Ergebnissen in der Tat von existenzieller Bedeutung. Geforscht wird nicht unter der Käseglocke, Forschung ist immer ein Prozess im Austausch mit anderen. Müssten dann nicht die Algorithmen der Plattformen, auf denen sich die Amateur-Literaten vermehren wie Pilzkulturen, der ideale Nährboden sein für den wissenschaftlichen Diskurs?

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