Im Drachen-Cosplay auf der Buchmesse

Lukas Lieneke

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© Lukas Lieneke

Ruprecht Frieling im Gespräch mit Mira Valentin

Elben, Hexen und Dämonen eroberten am Messesonntag für kurze Zeit die Bühne des Autoren Forums. Grund dafür war der Auftritt der Autorin Mira Valentin, die, eingerahmt von den Mitstreiterinnen ihres Cosplay-Teams, im Gespräch mit Ruprecht Frieling Rede und Antwort stand.

Wer am Sonntagmittag auf der Leipziger Buchmesse am Stand D600 des Autoren-Forums vorbei kam, dem fielen sicherlich die vielen fantasievoll gekleideten Gestalten auf, die dort vor der Bühne versammelt waren. Grund dafür war der Auftritt von Mira Valentin, die bei ihrem Interview mit Ruprecht Frieling von einigen Mitgliedern ihrer Cosplay-Gruppe flankiert wurde. Das Besondere: Alle Cosplayerinnen traten als Charaktere aus Valentins Enyador-Saga auf, darunter Dämoninnen, Elbenmädchen und Hexen. Die Autorin selbst hatte sich mit roten Flügeln und einem Knochenharnisch als Drachendame kostümiert.

Networking im Cosplay

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© Lukas Lieneke

Zum Cosplay fand Mira Valentin durch ihre Bücher: „Zuerst waren immer die Geschichten da. Das Cosplay entstand dadurch, dass die Cosplayer der ersten Stunde nach meiner ersten Reihe `die Talente´ bei Carlsen auf mich zukamen und sagten: `Wir cosplayen für dich und kommen zur Leipziger Buchmesse in einem Cosplay deiner Reihe.´“ Um nicht „völlig langweilig daneben zu sitzen“ hat sich die Autorin kurzerhand selber in Schale geschmissen und obwohl die ganze Aktion am Anfang etwas Mut gekostet habe, wurde sie schnell zum Selbstläufer.

Mittlerweile unterstützen sich Mira Valentin und ihre Mitstreiterinnen (darunter ebenfalls mehrere Autorinnen) regelmäßig gegenseitig bei ihren Veranstaltungen. Dazu gehört neben der Darstellung von Figuren aus eigenen Romanen oder denen befreundeter Autorinnen als Cosplay auch das Schreiben von Rezensionen, Blogbeiträgen oder das Teilen von Social-Media-Beiträgen. Generell ist Networking für Mira Valentin ein wichtiger Aspekt in ihrer Arbeit als Autorin. So war sie in diesem Jahr in Leipzig zusammen mit ihren Autoren-Kollegen Sam Feuerbach und Greg Walters auch unter dem Label Weltenbauer3 am Stand des Selfpublisher-Verbands vertreten.

Verlag oder Selfpublishing? Beides!

Neben ihrer Tätigkeit als Selfpublisherin veröffentlicht Valentin auch im Verlag. Die vier bisher erschienen Bücher ihrer Talente-Reihe erschienen beim Digital-Label Impress des Carlsen Verlags. Den Weg in den klassischen Verlag fand die Autorin über eine Agentur, bei der sie sich mit ihrem Buch bewarb. Auch, wenn es bis zur Veröffentlichung ihres ersten eBooks bei Carlsen danach noch gut ein Jahr verging, würde Mira Valentin nach wie vor empfehlen, bei der Suche nach einem Verlag die Hilfe einer Literaturagentur in Anspruch zu nehmen.

Als Hybridautorin profitiert Mira Valentin sowohl von den Vorteilen einer Verlagsautorin, als auch von denen einer Selfpublisherin. Dabei empfindet sie für sich besonders die Gestaltung der eigenen Bücher als großer Vorteil des Selfpublishings: „Bei Enyador war für mich von vornherein klar, dass ich das Buch in einer bestimmten Art und Weise haben will. Ich wollte Illustrationen darin haben und eine gewisse Art von Cover; ich hatte ganz genaue Vorstellungen davon, wie das fertige Buch am Ende aussehen soll. Ich wusste, wenn ich das an einen Verlag gebe, dann wird der sein Ding machen und nicht mein Ding.“ Das bedeutet allerdings auch, dass vor der Veröffentlichung eines jeden Buches eine viertstellige Summe für Coverdesign, Illustrationen und Layout sowie Lektorat und Korrektorat aus eigener Hand investiert werden muss. „Wenn man das gut macht, es gut bewirbt und dann – das ist das Wichtigste – noch Glück hat, dann kann man eine solche Summe innerhalb eines Monats auch wieder einspielen.“

Für Mira Valentin scheint das zuzutreffen. Inzwischen kann die gelernte Journalistin von ihrer Tätigkeit als Autorin leben und wurde über dies 2017 mit dem Kindle Storyteller Award ausgezeichnet. Trotz ihres steigenden Erfolgs und des zunehmenden Interesses an ihrer Arbeit und ihres Cosplay, ist die Autorin dennoch auf dem Boden geblieben: „Die Hauptveränderung in meinem Leben ist, dass ich jetzt eine gepflasterte Hofeinfahrt habe, wo vorher eine Kieswüste war.“

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