Selfpublishing oder Verlag? Ruprecht Frieling bei der 1. Online-Autorenmesse

Vom 5. bis zum 12. November findet zum ersten Mal die Online-Autorenmesse statt. Die von der Autorin und Schreibcoach Jurenka Jurk (‚Romanschule‘ Schreibfluss) organisierte Messe spielt sich ausschließlich Online ab – Teilnehmer können sich auf einer Website kostenlos anmelden und in der gesamten Woche warten täglich eine Vielzahl an Online-Gesprächen und -Vorträgen. Als Videos sind diese auch nach dem ursprünglichen Termin noch 24 Stunden kostenlos abspielbar. Wer das gesamte Messepaket dauerhaft erwerben will, zahlt im Vorverkauf 47 Euro. 

30 Experten nehmen an der 1. Online-Autorenmesse teil – darunter unter anderem die Bestsellerautoren Sebastian Fitzek, Iny Lorentz und Andreas Eschbach. Auch viele Schreibcoaches und Literaturagenten sind dabei. Doch sollen die Teilnehmer nicht nur Tipps von erfolgreichen Autoren erhalten oder lernen, wie sie ihr Buch noch besser machen können, auch über die verschiedenen Veröffentlichungswege wird gesprochen.

So hatte Ruprecht Frieling, Autor, Verleger und stellv. Vorsitzender des Selfpublisher Verbandes, einen eigenen Slot, in welchem er über Selfpublishing sprach. Am Donnerstag um 20 Uhr konnten die Teilnehmer Frielings Ausführungen folgen. Wir haben Auszüge aus dem Interview für euch festgehalten:

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Der Vorteil des Selfpublishing

Leider warten Verlage nicht auf Einsendungen, die Chance, durch eine unverlangte Einsendung zur Veröffentlichung zu gelangen, sei sehr gering. Der Vorteil des Selfpublishing ist hier deutlich zu erkennen: Man erhält genau das Buch, das man sich wünscht. Kein Verlag kann es ablehnen oder verändern, alles entspricht den Wünschen des Autors. Und vor allem: es wird veröffentlicht.

Was ist beim Selfpublishing besonders zu beachten und wofür sollte man Geld in die Hand nehmen?

Unbedingt sollten sich Selfpublisher einen Lektor und Korrektor leisten – evtl. sogar im Schritt vorher schon einen Schreibcoach zu Rate ziehen oder einen Dienstleister, der sich dem Plot annimmt. Die Covergestaltung sollte auch den Fachleuten überlassen werden, hier lohnt es sich, etwas Geld in die Hand zu nehmen. Mit der Covergestaltung ist das Layout aber noch lange nicht abgeschlossen – je nachdem, wie gut man es selbst kann, ist es hier ratsam einen Layouter zu engagieren. Das kann sich auch für e-Books schon lohnen. Grob überschlagen landet man so bei circa 3500 Euro. Marketing und ähnliches ist bei diesen Kosten noch nicht dabei.

Ob man die Kosten auf sich nehmen will, hängt auch vom erwarteten Verkauf ab. Ist mit einem Absatz von 20.000 Stück zu rechnen? Gibt es schon eine Fanbase? Diese Dinge sollten Selfpublisher einmal überschlagen, um zu schauen, welche Ausgaben sich lohnen.

Der Selfpublisher muss aktiv sein

Man muss sehr viel mit dem Buch arbeiten und auch der Typ für Selfpublishing sein. Der Leser wartet nicht auf das Buch, das Buch muss aktiv vom Autor an die Leserschaft gebracht werden. Dazu trägt zum Beispiel auch die Covergestaltung bei – deshalb sollte an dieser Stelle auch nicht unbedingt gespart werden. Selfpublisher sollten sich dessen bewusst sein, im stillen Kämmerlein können sie nicht sitzen bleiben. Netzwerken ist wichtig, um die Bekanntheit zu steigern. Auch die sozialen Netzwerke müssen unbedingt bespielt werden, der Selfpublisher sollte auf allen Kanälen für seine Leser sichtbar sein.

Welche Rolle spielt Qualität im Selfpublishing?

Die Qualität des Buchs ist das A und O. Nicht nur Leser schreckt schlechte Orthographie, ein unausgeklügelter Plot oder ähnliches ab. Auch Verlage merken sich das. Verlage suchen durchaus auf Plattformen nach interessanten Selfpublishern, die sie möglicherweise in ihr Programm aufnehmen wollen. Man wird jedoch nicht von einem Verlag akquiriert werden, wenn man schlechte Qualität abliefert. Und das ist doch oft der Wunsch von Selfpublishern – irgendwann Verlagsautor zu sein. Oder liegt das Erfolgsmodell doch in der hybriden Form? Hybrid-Autoren vermischen Selfpublishing und Verlagsautorschaft – das eine Buch hier, das andere dort. Berühmte Beispiele, wie Poppy J. Anderson, zeigen, dass das super funktionieren kann, aber auch von  der Bekanntheit abhängt.

Fazit

Von den Teilnehmern gab es in Form von Kommentaren viel positives Feedback und sowohl Frieling als auch Jurk beteiligten sich rege an den dort entstandenen Fragen und Diskussionen. Ein sympathisches Gespräch, das vor allem Selfpublishing-Neulingen interessante Einblicke in diesen Zweig bietet.

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