Spubbles Quickies #65

Alle zwei Wochen haben wir für euch den kommentierten Rückblick: Was tut sich aktuell in der Branche? Heute mit Blicken von außen, Wachstum und einem neuen e-Book-Abo…

Die Entdeckung des Selfpublishing

Gemeinsam mit der Universität der Künste Berlin startete die Frankfurter Rundschau das Buchmesse-Projekt „Unter Dreißig“. Kulturjournalismus-Studierenden wurden auf die Frankfurter Buchmesse geschickte und schauten sich um, beschrieben und besprachen ihre Eindrücke und Erfahrungen. Da man inzwischen auch außerhalb der Buchbranche von Selfpublishing zumindest gehört hat, darf auch dieses Thema nicht in der Reihe fehlen. So machte sich eine der Studierenden auf, das Phänomen Selfpublishing zu entdecken – dafür nahm sie an verschiedensten Veranstaltungen teil, informierte sich über die unterschiedlichen Veröffentlichungswege und fasste Mut, (möglicherweise) ein eigenes Buch zu veröffentlichen. Ein interessanter Blick von außerhalb der Selfpublishing-Bubble auf diesen Zweig der Buchbranche. Wenn auch nicht alle Aspekte des Selbstveröffentlichens eingefangen werden konnten, und es mir so scheint, dass nicht unbedingt mit einem positiven Blick auf das Selfpublishing an die Sache herangegangen wurde…

 

Selfpublisher unter Beschuss

Das Feuilleton hat es wohl gerade auf Selfpublisher abgesehen – klar, zur Buchmesse muss jeder mal seinen Senf dazugeben. So widmete sich auch die FAZ der Buchbranche und ging der Frage nach „wozu Autoren Verlage brauchen„. Der Redakteur und Autor Dietmar Dath will die Vorteile von Verlagen verdeutlichen, trifft dabei aber nicht ganz den richtigen Ton – teilweise entsteht der Eindruck, dass er nicht so viel von Indies und Selfpublisher hält. „Ohne Verlage sind Bücher einfach schlecht“ fasst lesen.net die pauschalisierten Darstellungen Daths zusammen. Vielleicht ein etwas zu ernster Blick auf den Artikel. Dennoch: Die zunehmende Professionalisierung der Selbstverlegerscheint Dath entgangen zu sein.

 

Neopubli wächst

Trotz nach wie vor bestehender Vorurteile wächst die Selfpublishing-Branche weiter und weiter. Das zeigt sich unter anderem in der stetigen Vergrößerung verschiedenster Selfpublishing-Plattformen. Allen voran stand 2016 die Fusion von epubli und neobooks. Nun wurden die beiden Plattformen auch räumlich zusammengelegt: Neobooks zog von München zu epubli nach Berlin. Und das Unternehmen hieß direkt noch sieben neue Mitarbeiter willkommen. Neopubli-COO Sebastian Stude zufolge, setze das Unternehmen dadurch ein deutliches Signal für Wachstum und Entwicklung.

 

Tolino select

Die tolino-Allianz hat nun auch ein Abo-Angebot für e-Books im Programm: tolino select. Das besondere (und nach eigenen Angaben das Alleinstellungsmerkmal): das Abo ist kuratiert. Das bedeutet, dass den Lesern eine Auswahl an e-Books geboten wird – von bekannten Autoren bis zu „Geheimtipps“.  Ausgewählt werden die Titel von sogenannten Buch-Experten. Diese stellen jeden Monat vierzig neue e-Books zusammen, aus welchen dann bis zu vier Titel ausgeliehen werden können. Das Ganze kostet 9,90 Euro im Monat. Autoren können ihre Bücher der Redaktion vorstellen, die dann womöglich den Titel mit aufnimmt. Eine zusätzliche Verdienstmöglichkeit für Selfpublisher? Möglicherweise, die Honorare pro Ausleihe orientieren sich am Preis der e-Books. Wichtiger scheint, dass jede Leihe für die Charts wie ein Verkauf gewertet wird.

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