Eröffnung der Selfpublishing-Area auf der #fbm17

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Endlich ist es soweit – die Frankfurter Buchmesse öffnet erneut ihre Tore! Ein absolutes Highlight auch für Selfpublisher. Seit es für das Selfpublishing in der Selfpublishing Area eine eigene Bühne gibt, häufen sich die Veranstaltungen, die dieses Segment der Buchbranche näher beleuchten und dessen Entwicklung und vor allem dessen Professionalisierung zur Schau stellen. Auch in diesem Jahr gibt es viele interessante Diskussionsrunden, Vorträge und Workshops.

Nun ging es heute, am 11.10., so richtig los, mit der Eröffnung der Selfpublishing-Area – mit einer Diskussionsrunde über die Zukunft des Selfpublishing und einem Vortrag unserer ehemaligen Buchwissenschafts-Kommilitonin Anna-Carina Blessmann. Anna-Carina war auch Teil von spubbles, als wir als Studienprojekt im Wintersemester 2014/15 an den Start gingen. Inzwischen haben wir uns zwar von der Universität Mainz emanzipiert, sind aber dennoch eng verbunden mit dem Institut für Buchwissenschaft und freuen uns ganz besonders über die diesjährige Eröffnung der Selfpublishing-Area durch eine Buchwissenschaftlerin.

Die Diskussionsrunde leitete Wolfgang Tischer von literaturcafé.de. Mit ihm im Gespräch waren die Autorin und Journalistin Carina Müller, Dr. Gerd Robertz von Books on Demand und Lars Birken-Bertsch von der Frankfurter Buchmesse.

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Es ging also um die Zukunft des Selfpublishing. Was könnte da eine Rolle spielen? Klar, der Buchhandel! Bzw. die Frage nach Selfpublishing-Titeln im stationären Handel. Eigenen Erfahrungen von Müller nach, ist es weiterhin sehr schwierig, eigene Selfpublishing-Titel im Handel unterzubringen. Auch, wenn die Buchhändler offener zu werden scheinen. Offener werden sie wohl auch, weil eine Professionalisierung im Selfpublishing spürbar ist. Das Segment hat sich etabliert, streift Vorurteile ab und rückt so auch mehr und mehr in das Blickfeld der Buchhändler. Die Professionalisierung bezieht sich sowohl auf den Inhalt der selbst verlegten Bücher als auch auf deren Gestaltung. Robertz ist sich sicher, dass es zukünftig immer weniger darum gehen werde, ob ein Buch in einem Verlag oder im Selfpublishing erschienen sei. Es werde sich alles um das Buch an sich drehen.

Was jedes Buch jedoch braucht ist Aufmerksamkeit. Ein weiteres Thema, das anlässlich der Eröffnung diskutiert wurde. Bücher, auch selbst verlegte, brauchen Leser. Was die Nähe zum Leser betrifft, habe der Selfpublisher eindeutig die Nase vorne. Aber auch die Vernetzung mit anderen Autoren spiele für Selbstverleger eine wichtige Rolle, meint Müller.

Wie sich nun das Verhältnis zwischen Selfpublishing und Verlagen in Zukunft entwickeln wird, ist ungewiss. Doch kann damit gerechnet werden, dass die hybriden Autoren-Formen weiteren Aufschwung erleben werden. Immer mehr Verlage haben eigene Selfpublishing-Imprints um so Autorenakquise zu betreiben. Und immer mehr Autoren entscheiden sich für das Hybrid-Schreiben. Einmal als Selfpublisher, einmal als Verlagsautor.

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Nach der Diskussionsrunde begann Anna-Carina Blessmann mit ihrem Vortrag und widmete sich der Frage, wie wohl Homer Simpson, die absolute Kultfigur des Zeichentricks, zum Selfpublishing stehen könnte. Die Serie „Die Simpsons“ widmet sich seit mehreren Jahrzehnten verschiedensten gesellschaftlichen Themen und Fragestellungen. Auch der Autorschaft. Anna-Carina widmet sich diesem Thema ausführlich in ihrer Bachelorarbeit „Kritik an Autorschaft und Literaturbetrieb am Beispiel ausgewählter Episoden der Serie ‚Die Simpsons‘“. Die Arbeit behandelt die verschiedenen Vorstellungen von Produktion, Distribution und Rezeption von Literatur im „Simpsons“-Kosmos. Doch was würde Homer zum Selfpublishing sagen?

„Yuhuuu!“ – würde er sagen! Denn wie Anna-Carina in ihrem Vortrag darlegte, war Homer schon selbst als Selfpublisher tätig. In der Folge „The Book Job“ gründet er mit seinem Sohn Bart und weiteren Freunden ein Autorenkollektiv. Eigentlich nur, um seiner Tochter Lisa zu beweisen, dass es das „Autorengenie“ nicht gibt und es wirklich nur „fünf Idioten“ braucht, um einen Bestseller zu schreiben. Das Kollektiv schreibt zusammen, entwickelt einen Titel, gestaltet das Cover und und und. Alles Dinge, die Selfpublisher auch (meistens) alleine machen. Über die Rechte am Buch macht sich das Kollektiv erst Gedanken, als es das Buch an einen Verlag verkauft und dieser einfach mal den ganzen Inhalt ändert. Aber im Simpson-Universium findet sich immer ein Weg und so landet schließlich doch das Original auf dem Buchmarkt. Und zwar – wenn auch etwas unkonventionell – irgendwie auch als Selfpublishing-Titel.

Wer mehr über die „Abrechnung“ mit dem Literaturbetrieb bei „Die Simpsons“ wissen will, sollte sich die besprochene Folge ansehen oder direkt zu Anna-Carinas veröffentlichter Bachelorarbeit greifen!

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