Storywunder revisited – Was hat sich seit November 2016 getan?

von Marisa Klein

Letztes Jahr zur Frankfurter Buchmesse hat Storydocks die neue Publishing-Plattform Storywunder präsentiert. Geplant war ein Treffpunkt für Storytelling-Experten, Illustratoren, Dienstleistern und für sonstige kreative Köpfe. Damals habe ich mir das Ganze zusammen mit Texter Sebastian Masur angeschaut. Heute werfe ich alleine einen (Rück-)Blick darauf, was sich getan hat.

Nicht viel.

Die Website sieht zunächst mal genauso aus wie vor 9 Monaten: wie ein Startup. Es wird immer noch von einer „Beta-Phase“ gesprochen und der Inhalt hat sich in der vergangenen Zeit nicht geändert. Ich bin ein wenig enttäuscht. Also wende ich mich dem Blog zu, den es zu Storywunder  gibt. Und siehe da: Immerhin 4 neue Einträge, seit ich die Seite das letzte Mal besucht habe. Zwei der Storywunder-Mitarbeiter standen beispielsweise auf der Frankfurter Buchmesse zu ihrem Projekt Rede und Antwort. Warum der Artikel erst am 02.01.2017 gepostet wurde, ist mir allerdings ein Rätsel. Drei Monate nach der Buchmesse ist das doch ein bisschen spät … Berichtet wird unter anderem von einem neuen Text-Bild-Layout-Editor, der, auf dem Feedback der Nutzer basierend, optimiert wurde.

Ich werde doch noch fündig: Ausschreibungen!

Im Januar konnten sich die Nutzer der Plattform für ein Projekt von Onilo bewerben, in dem es um Illustrationen für die Boardstories des Leseportals ging. Mit Boardstories sind übrigens laut Onilo „liebevoll animierte Lerngeschichten, die im Schulunterricht online am Whiteboard gelesen werden“ gemeint. Das ausgeschriebenen Projekt drehte sich um das Thema „Kinder auf der Flucht“. Diese Ausschreibung ist die erste, für die man sich über Storywunder bewerben konnte. Gar nicht mal schlecht, ist Onilo doch ein seriöser Partner und kein unbekannter Name. In den letzten Monaten kamen noch Ausschreibungen für „Peggy Diggledey“ vom ellermann hinzu, ebenfalls für Illustratoren. Interessant für mich: die Möglichkeit von Folgeaufträgen besteht. Für Freelancer ist das natürlich ein großer Anreiz. Die dritte Ausschreibung bezog sich auf ein Projekt für Framily, die personalisierte Kinderbücher herausbringen. Eine Geschichte von „Caillou“ war zu illustrieren.

Was bringen die Ausschreibungen dem Gewinner? Lohnt sich eine Teilnahme?

Alle Details und Vorgaben können direkt unter den jeweiligen Einträgen abgerufen werden. Für „Peggy Diggledey“ erhält der Gewinner bspw. ein Pauschalhonorar von 2.500 EUR und ein Absatzhonorar von 3 Prozent der Hardcover-Ausgabe. An Storywunder muss er dann die „branchenüblichen 12 Prozent“ des Gewinns abtreten. (Hier kann man sich die Ausschreibung, Teilnahmebedingungen u. Ä. als PDF herunterladen.) In den Teilnahmebedingungen erfährt man zudem, dass man für Nachbearbeitungen nicht mehr als 5 Monate zur Verfügung stehen muss, ebenso wie für etwaige Pressemitteilungen und nach Absprache, für kurze Interviews. Inwiefern das vergütet wird, ist nicht angegeben. Ich frage mich, an wen sich die Ausschreibung richtet. Professionals? Hobby-Illustratoren? Das Pauschalhonorar ist nämlich eher für kleinere Freelancer interessant. Professionelle, ausgebildete Illustratoren bzw. Grafiker kosten pro Stunde meist mehr, als es das angebotene Honorar abdecken könnte. Ellerman weist darauf hin, dass Teilnehmer „Kenntnisse im Bereich Illustration, Grafik und/ oder Design“ haben sollten. Referenzen oder einen Lebenslauf muss man aber nicht angeben. Die Bedingungen für die anderen Ausschreibungen sind ähnlich, wobei die Anzahl der zu leistenden Illustrationen natürlich schwankt, ebenso wie das Honorar. Niedrig erscheint mir der zu erwartende Gewinn dennoch bei allen drei Projekten.

Storywunder: Ja oder nein?

Nun ja, die Beta-Phase mit nur wenigen Mitgliedern ist immer noch aktuell. Somit ist Storywunder noch nicht für ein breites Publikum an kreativen Köpfen zu erreichen. Die niedrige Anzahl an Ausschreibungen ist für die Beta-Phase zwar verständlich, birgt auf Dauer aber wenig Anreize für kreativ Schaffende, dranzubleiben. Zwar sind die Partner namhaft, begrenzen sich aber auf den Kinderbuch-Sektor und die Aufträge auf Illustrationen. Für Selfpublisher gibt es da (noch) nicht wirklich etwas zu holen. Leider kann ich auch nicht beurteilen, wie und ob die Teilnehmer der Beta-Phase miteinander in Kontakt stehen. Es gibt wohl eine Community, reinschauen konnte ich allerdings nicht. Es wäre natürlich spannend gewesen, ob sich hier schon Teams zusammengefunden haben, eigene Projekte entstanden sind usw. Zu viel meckern will ich aber auch nicht: Storywunder ist erst letztes Jahr gestartet und neue Ideen brauchen Zeit. Das Oetinger hinter der Plattform steht, ist sicher ein großes Plus, denn ein potenzielles Netzwerk an neuen Auftraggebern steht bereit. Außerdem vermittelt der Verlag eigene Projekte über Storywunder. Vielleicht ja beim nächsten Besuch? Diesmal lasse ich aber Storywunder lieber mal für längere Zeit ruhen …

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