„Der digitale Buchmarkt ist mehr als fünf Prozent“

Am 13. und 14. Juni fanden die diesjährigen Buchtage in Berlin statt. Unter dem Motto „Werte – Wandel – Verantwortung“ gab es viele interessante Vorträge und Diskussionen. Am 14. Juni war zudem die Jahrestagung der IG Digital (ehemals AKEP). Im Rahmen dieser Jahrestagung habe ich mir den Vortrag „Der digitale Buchmarkt ist mehr als fünf Prozent“ angehört, eine Veranstaltung der Peergroup Markt und Marketing der IG Digital gemeinsam mit der GfK.

Die Peergroup stellte zu Beginn die Thesen auf, dass der digitale Buchmarkt nicht nur den vom Börsenverein und in Studien berichteten e-Book Markt (fünf Prozent) umfasse. Schon in den unterschiedlichen Marktsegmenten sei der Anteil an sich größer als 5 Prozent. Außerdem bestehe der e-Book Markt aus mehr als digitalen Produktformaten, beispielsweise dem Vertriebskanal online. Über diese Thesen konnten die Zuhörer in einem Fragebogen abstimmen. Sie wurden in diesem gleichzeitig nach den digitalen Produkten und deren Umsatz sowie nach Marketingkanälen und anderen digitalen Nutzungsmodellen in ihrem Unternehmen gefragt. Die IG Digital strebt mit dieser eigenen Umfrage eine Verifizierung ihrer Thesen an – man darf gespannt sein, was dabei herauskommen wird. Gleichzeitig dienten diese Thesen als kleiner Leitfaden durch den Vortrag von Simone Zinner und Christoph Freier von der GfK. Die beiden referierten über eine von ihnen durchgeführten bzw. noch abzuschließende Studie zum digitalen Buchmarkt im Rahmen der Gfk Media*Scope Buch (hier als pdf verfügbar).

20170614_122647

© Nina Rubach

Bevor allerdings mit den harten Zahlen und Fakten begonnen wurde, ging es erstmal um die Notwendigkeit einer Studie, die den digitalen Buchmarkt grundlegend untersucht. Denn es scheint zwar mehr als sicher, dass die digitale Transformation allgegenwärtig ist, der digitale Buchmarkt hingegen ist bisher kaum erfasst. So werden beispielsweise Selfpublishing, Piraterie oder Online-Leihmodelle in Studien oftmals außen vor gelassen und in Auswertungen und Einschätzungen über den digitalen Buchmarkt nicht berücksichtigt. Hierbei handelt es sich aber inzwischen um wichtige und vor allem große Teile des digitalen Buchmarkts, wenn auch nicht offiziell durch Studien oder Ähnliches belegt.

Nun aber doch ein paar Zahlen und Daten der GfK (2016):

  • Ein gutes Drittel der Ausgaben im Buchmarkt werden online generiert (um genau zu sein sind es 34 Prozent)
  • Mehr als die Hälfte der Buchkäufer kauft online (52 Prozent, davon 25 Prozent sowohl stationär als auch online und 27 Prozent ausschließlich online)
  • Das Wachstum ist über alle Online Einzelkanäle zu verzeichnen – dazu zählen E-Commerce, Downloads und Streaming
  • Die Online-Märkte sind händlerseitig sehr konzentriert – im Bereich Streaming beispielsweise halten die Top 5 (Kindle Unlimited, Amazon Prime, Skoobe, eload24 und Scribd) 97 Prozent der Anteile in diesem Bereich
  • Und: Das Wachstum im e-Book Markt ist gebremst – der durchschnittliche Preis für e-Books sinkt, die Menge an veröffentlichten e-Books sowie die Ausgaben stagnieren

Obwohl der Vortrag sich als sehr diagrammlastig erwies, konnten die Zuhörer einige Informationen und Eindrücke über den digitalen Buchmarkt erhalten. Dennoch muss festgehalten werden, dass auch bei GfK Media*Scope Buch das Selfpublishing oftmals ungeachtet bleibt. Nicht in alle Analysen wird dieses Segments des deutschen Buchmarkts mit einbezogen. Eine Käufer-Forschung kann ich mir auch für das Selfpublishing gut vorstellen.

Advertisements

kommentieren

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s