Spubbles Quickies #54

Alle zwei Wochen haben wir für euch den kommentierten Rückblick: Was tut sich aktuell in der Branche? Heute mit dem Urheberrecht, dem Storyteller Award, dem Tod des Autors und Fanfiction …

Der richtige Umgang mit Urheberrechtsverletzung

Als Autor und besonders als Selfpublisher ist es wichtig, sich über das Urheberrecht zu informieren – vor allem, um selbst keine Plagiat zu begehen. Was ist aber zu tun, wenn man bemerkt, dass das eigene Urheberrecht verletzt wurde? Eine leider sehr häufige Form der Urheberrechtsverletzung sind Raubkopien. Davon sind vor allem e-Books betroffen, die auf einschlägigen Seiten zum illegalen Download angeboten werden. Bemerkt man so etwas, sollten Beweise gesichert werden – beispielsweise in Form von Screenshots oder durch das Aufbewahren eines Mail-Verkehrs. Danach sollte man sofort handeln und den Betreiber der Seite auffordern, das Werk zu löschen, ihm eine entsprechende Rechnung schicken oder gleich einen Anwalt zu Rate ziehen. Mit welchen Möglichkeiten sich Autoren außerdem gegen Urheberrechtsverletzungen zur Wehr zu setzen können, welche Ansprüche  geltend gemacht werden können und was zu tun ist, wenn die Schädiger aus dem Ausland agieren, zeigt ein Gastbeitrag vom Berufsverband der Rechtsjournalisten in der Selfpublisherbibel.

 

Amazon Kindle Storyteller Award 2017

Es ist wieder soweit: Der Kindle Storyteller Award von Amazon geht in die nächste Runde! Auch 2017 können Selfpublisher wieder an dem Wettbewerb teilnehmen. Um dabei zu sein, müssen sie im Zeitraum vom 1. Juni bis zum 31. August ihr Buch über KDP veröffentlichen und mit dem Stichwort kindlestoryteller2017 versehen. Und der Preis kann sich sehen lassen: 10.000€ Preisgeld und ein Amazon Marketing-Paket im Wert von 20.000€ winken dem Gewinner. Zudem gibt es dieses Jahr den Sonderpreis Kindle Storyteller X, der mit 5.000€ Preisgeld ausgeschrieben ist. Außerdem wird die Münchner Verlagsgruppe (MVG) das Gewinner-Buch im deutschsprachigen Raum verlegen und vertreiben und die fünf Finalisten werden ihre Bücher als Hörbücher bei Audible finden.

 

Der Autor ist tot …

Seit Roland Barthes wissen wir es: Der Autor ist tot. Nun fragt sich die Autorin Sandra Henke im Buchreport, ist auch der Midlistautor tot? Midlistautoren sind Autoren, deren Bücher sich gut verkaufen, aber eben keine Bestseller sind. Sie schwimmen gut mit, sind eine sichere Einnahmequelle für Verlage und produzieren häufig Bücher am Fließband. Das soll nicht bedeuten, dass die Qualität dadurch leidet, heißt aber, dass es nicht reicht, ein Buch im Jahr oder alle zwei Jahre zu veröffentlichen. Es müssen mehr sein, um von der Midlist leben zu können. Doch warum steht der Midlistautor nun kurz vor dem Aussterben? Henke zufolge liegt der Grund unter anderem in den Niedrigpreisen: „Amazon und die Selfpublisher haben für e-Books Niedrigpreise eingeführt, die den Viellesern entgegenkommen, aber uns Vielschreibern ein Stuhlbein absägen.“ Immer weniger Menschen sind dazu bereit, Geld für ein Buch auszugeben, dass kein Bestseller ist. Doch Henke beobachtet auch einen weiteren Trend, der es den Midlistautoren schwer macht: „Indie-Autoren sind in, Verlagsautoren sind out […]“ Die Solidarisierung des Lesers mit dem Selfpublisher macht es Verlagsautoren immer schwerer, sich am Markt zu halten. Henkes Ansichten sind interessant und regen zum Nachdenken an; ob der Midlistautor aber tatsächlich aussterben wird, lässt sich (noch) nicht beantworten.

 

Von Fanfiction zum Massenerfolg

Die Literaturwissenschaftlerin Bettina Soller sprach auf der Narrativa, der Tagung für Autoren, Lektoren und Agenten in Frankfurt am Main, über Fanfiction und deren Potential für Autoren und Verlage. Fanfiction spielt sich hauptsächlich im Netz ab: Fans spinnen Geschichten aus Büchern, Serien, Filmen oder Computerspielen weiter. Die Community liest, bewertet und kommentiert. Dass aus einem solchen Netz-Text ein Buch, sogar ein Bestseller werden kann, zeigt das Paradebeispiel „50 Shades of Grey“, das ursprünglich eine Fanfiction zu „Twilight“ war. Ist das ein neues Geschäftsmodell? Können auch kommerzielle Verlage von Fanfiction profitieren? Soller glaubt, dass vor allem die Fans der Fanfiction-Szene für Verlage eine wichtige Zielgruppe t sind, wenn es um die Kommerzialisierung der Texte geht. Schließlich sorgen die Fans dafür, dass sich die Bücher gut verkaufen. Den gesamten Vortrag kann man unter Literaturcafé.de nachhören.

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