Die Ink Rebels im Interview – wie ein Autorenlabel entsteht

Heute standen uns die Ink Rebels Rede und Antwort über ihre Motivation Bücher einfach mal selbst zu verlegen, statt den bereits bekannten, klassischen Weg über den Verlag zu gehen. Unsere Fragen haben sie dabei – ganz im Sinne ihres Autorenlabels – gemeinschaftlich beantwortet.

spubbles: Warum habt ihr mit den Ink Rebels angefangen? Ihr seid Autorinnen, die bereits in Verlagen veröffentlicht haben. Woher kam die Motivation?

Ink Rebels: Alles begann in einem Chat, in dem wir uns gegenseitig angefeuert und motiviert haben. Unter Autoren bleibt es da nicht lange aus, dass man über Träume und Fantasien spricht, die man im Kopf hat, und so kam es zu einem dieser denkwürdigen “Man müsste mal”s. Viele dieser “Man müsste mal”s bleiben Wunschdenken – aber bei diesem einen, beim “Man müsste mal ein Label gründen und als Autorenteam Bücher gestalten” passte einfach alles zu perfekt ineinander, um es nicht umzusetzen. Wir sind – Zufall oder Schicksal? – das perfekte Team für eine Redaktion, wie wir sie uns vorstellten, denn wir bestehen aus hatten einer Coverdesignerin, einer Texterin und drei Lektorinnen. Außerdem hatten wir alle große Lust, etwas Neues auszuprobieren, und so wurde aus “Wir müssten” quasi in Minuten ein “Wir machen das jetzt!”

Wie arbeitet ihr zusammen? Schließlich sitzt ihr nicht alle in der gleichen Stadt, oder?

Daniela und Franzi wohnen beide in Berlin, ansonsten verteilen wir uns tatsächlich großflächig über ganz Deutschland. Daher erfolgt ein Großteil unserer Kommunikation per Facebook, wo im Bürochat unsere Alltagsgespräche stattfinden und Aktuelles besprochen wird, während wir in unserer Gruppe Cover und Planungen festhalten, die sonst im Chat untergehen würden. An Listen und Texten, z. B. für die Website, arbeiten wir über Google Drive zusammen. Alles in allem wären wir ohne das Internet wohl ziemlich aufgeschmissen.

Wie viel Arbeit steckt in Büchern, die man selbst veröffentlicht? Vor allem im Vergleich zu einer Verlagsveröffentlichung? Hilft es, dass ihr schon selbst Profis in Sachen Lektorat und Grafik seid? Präferiert ihr einen Weg?

Drei Wörter: irrsinnig viel Arbeit. Aber es macht auch unglaublich Spaß, deswegen fühlt es sich nicht wie Arbeit an, egal, ob das spontane Redaktionsrunden mitten in der Nacht sind, weil ein Projekt hakt, oder Ideen-Pingpong für Cover und Titel.

Präferieren… Es hat beides seine Berechtigung. Wir können uns vielleicht auf eine gewisse Weise risikofreudigere Titel erlauben.

Verlage arbeiten anders und schauen anders auf die Bücher als wir. Wir haben keine Marketing-Abteilung, die den neuesten Cover-Trend in den Vertreterkonferenzen vorstellt. Dafür liest unsere Coverfrau Julia jedes Manuskript, bevor sie sich überhaupt an die Arbeit macht, um möglichst genau die Stimmung des Buches einzufangen. Und die Autorin hat immer das letzte Wort, beim Titel und beim Cover. Wir feilen und schleifen so lange, bis die Autorin sagt: DAS gibt genau das wieder, was in meinem Buch drin steht. Keine von uns wird also je einem lieb gewordenen, von der Marketingabteilung abgeschmetterten Arbeitstitel nachweinen.

Wolltet ihr von Beginn an e-Books und Printbücher machen? Seit kurzem habt ihr eine eigene Edition im Amrun Verlag, erleichtert euch das den Weg zum Printbuch?

Ja, wir wollten von Anfang an Printbücher machen, und wir haben auch von Anfang an nach Möglichkeiten gesucht, diese für den stationären Buchhandel zugänglich zu machen. Während wir noch nächtelang Fürs und Wider der verschiedensten Optionen abgewogen haben, bot Jürgen Eglseer uns die Chance mit dem eigenen Imprint. Klar, das hat uns den Weg zum Printbuch sehr erleichtert, und die Zusammenarbeit funktioniert bisher hervorragend.

Für welchen Dienstleister habt ihr euch für den Vertrieb der e-Books entschieden und warum?

Wie wohl die meisten, halten wir uns am Anfang an Amazon. Zwar missfällt uns etwas die Abhängigkeit, die durch die Konzentration auf einen großen Konzern entsteht, andererseits bietet Amazon die besten Konditionen und die größten Möglichkeiten auf Sichtbarkeit. Da wir nur wenig Geld für Marketing ausgeben können, müssen wir natürlich jede Option ausschöpfen, die unsere Bücher für die jeweilige Zielgruppe überhaupt wahrnehmbar macht, und für den Anfang sind die Kindle-Ausleihen daher unverzichtbar. Nach ein paar Monaten Laufzeit wollen wir unsere e-Books allerdings auch auf anderen Portalen verkaufen.

 

Wer mehr über die Ink Rebels wissen möchte und sich nicht durch die Website klicken will…schaut doch hier mal rein: Youtube: Was bitte ist ein Autorenlabel? Jennifer Benkau stellt die InkRebels vor.

 

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