Ink Rebels – wenn Autorinnen rebellieren

Im November 2016 habe ich Daniela Ohms auf der Buch Berlin-Tagung getroffen und als bei ihr das Wort „Ink

Rebels“ in Zusammenhang mit Selfpublishing fiel, bin ich direkt neugierig geworden: wer oder was sind denn diese Ink Rebels?

Auf der Website, die erst im Oktober 2016 online ging, fiel mir dann auch direkt der Ink Rebel ins Auge, das niedliche Maskottchen.

Doch wer steckt hinter den Ink Rebels und der Idee, Bücher gemeinschaftlich und ohne Verlag herauszubringen? Das sind Jennifer Benkau, Kira Minttu, Julia Dibbern, Daniela Ohms und Franziska Fischer. Beruflich sind sie Lektorinnen, Grafikerinnen und Autorinnen, die der Meinung waren, dass ihre Bücher und Texte alle eine Chance verdienen und veröffentlicht werden sollten.

Manche Autoren, die einen Verlagsvertrag haben, arbeiten viel an Auftragsbüchern. Das bedeutet, der Verlag erarbeitet zusammen mit dem Autor ein Buch zu einem bestimmten Thema. Das nutzt den Verlagen insofern, dass sie letztendlich auf ihr Programm bezogene sowie trendbezogene Titel machen können. Auf der einen Seite erfolgt für den jeweiligen Autor in jedem Fall eine Veröffentlichung, auf der anderen Seite bedeutet das aber auch, dass bei sehr produktiven Autoren Ideen oder auch ganze Bücher auf der Strecke bleiben.

Daniela Ohms ist so eine Autorin, sie ist unter anderem bei Knaur und dem Thienemann-Esslinger Verlag unter Vertrag und erschafft hier immer neues Material und neue Projekte, neue Bücher. Dennoch, sie hat Ideen, die im Moment nicht ins Verlagsprogramm passen und möchte diese nicht im Schreibtisch verstecken oder ewig liegen lassen. Das gemeinschaftlich erschaffene Projekt „Ink Rebels“ bietet den fünf Autorinnen die Möglichkeit ihre Herzensprojekte unter einem gemeinsamen Label selfpublishen zu können. Sie haben ein Autorenlabel erschaffen.

Nun wissen wir inzwischen, Selfpublishing bedeutet – auch wenn es vermeidlich einfach klingt – sehr viel Arbeit. Texte schreiben, lektorieren, korrigieren, setzen, layouten, den richtigen Vertriebsweg finden… alles verbunden mit Eigenschaften, die man erlernen muss, möchte man sein Buch erfolgreich auf den Markt positionieren und verkauft wissen. Ein Zusammenschluss von Autoren, die motiviert und gleichzeitig unterschiedliche Kompetenzen mitbringen, erscheint da logisch. Wir haben das bereits bei der Schreibgruppe Prosa beobachtet und eben auch bei den Ink Rebels.

Nachdem die Ink Rebels die ersten Bücher erfolgreich in digitaler Form publiziert haben, stand man vor der Frage: Wie setzt man das gedruckte Buch um. Hier erfolgte – wohl zufällig – eine Kooperation mit dem Amrum Verlag, der den Ink Rebels eine eigene Edition einräumte. Der Verlag positioniert die Titel innerhalb seines Programms, dennoch bleibt das Logo der Autorinnen auf dem Cover bestehen und es ist deutlich erkennbar als „Ink Rebel-Buch“. Eine schöne Kooperation, die beweist: Verlage und Selfpublisher können durchaus auch andere gemeinschaftliche Wege finden als den reinen Autorenvertrag.

 

Morgen haben wir ein Interview mit den Ink Rebels für euch – und wer bis dahin schonmal mehr wissen will:

Hier geht es zur Website der Autorinnen

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