Markus Lanz und das Selfpublishing oder: Eine Reise in die Welt der Belletristik

Gestern, am 11. Januar machte ich es mir abends vor dem Fernseher gemütlich, aber nicht einfach so zur Unterhaltung, denn ich wartete gebannt auf Markus Lanz. Ja, Lanz! Warum? Wegen einem ganz bestimmten Gast: Poppy J. Anderson, Deutschlands wohl bekannteste Selfpublisherin. Das steht jetzt eigentlich außer Frage, schließlich ist sie zu Gast bei Lanz. Laut Senderinfo soll sie erzählen, wie sie „Self Publisher“ (so steht es da!) wurde. Ebenfalls zu Gast waren Elmar Theveßen (Terrorismus-Experte), Jürgen von der Lippe (Entertainer) und Jimmy Nelson (Fotograf).

Also, ich muss zugeben, dass ich nicht unbedingt ein Fan von Markus Lanz bin. Generell schaue ich selten, fast nie eine Talkshow. Dieses Mal wollte ich es aber wissen, schließlich ging es um Selfpublishing! Was mich vor allem interessierte, war, wie das Selfpublishing wohl so im Fernsehen, für das allgemeine Publikum dargestellt werden würde. Was wird diskutiert? Was interessiert den Fernsehzuschauer, der sich (wahrscheinlich) mit diesem Thema bisher nicht näher auseinandergesetzt hat. Interessieren würde mich auch, wie viele Selfpublisher sich diese Sendung angeschaut haben, oder in der Mediathek noch anschauen werden.

Doktorarbeit rein in die Schublade, Liebesromane raus. So stellt Lanz Poppy J. Anderson vor, die während ihrer Abschlussarbeit von den neuen digitalen Möglichkeiten des Veröffentlichens erfuhr, sich an ihre schon geschriebene Bücher erinnerte und kurzerhand die Doktorarbeit bei Seite legte und anfing Selbstverlegerin zu werden. Nach der kurzen Einleitung kommt sie erstmal eine Weile lang nicht zu Wort, aber soweit ich weiß läuft das ja erstmal so in einer Talksendung. Jeder darf über sich reden, mit Markus Lanz im Dialog.

Dann war es so weit: Poppy erzählt von ihrer Idee, Selfpublisherin zu werden und warum sie schreibt. Auch das digitale Buch kam kurz zur Sprache, denn vorerst veröffentlichte auch Poppy nur e-Books. Inzwischen auch Print. Angeschnitten wurde dann auch das Autorenhonorar, bei Amazon liegt das bei 70 Prozent. Da können die anderen Gäste nur schmunzeln, die ihre Bücher bei Verlagen für maximal 10 Prozent Honorar veröffentlichen. Interessanter war für Lanz aber die Erfolgswelle, die Poppy bereits bei ihrem ersten Buch überrollte. Obwohl sie kein Marketing machte, verkaufte sie mehrere Zehntausend Bücher in den ersten beiden Monaten. Ein Vorteil des Selfpublishing bzw. ein Grund ihres Erfolgs ist ihrer Meinung nach die schnelle Veröffentlichung. Mehrere Titel pro Jahr, vor allem zu Beginn. Ihre Höchstleistung: 6 Titel in einem Jahr. Jürgen von der Lippe, der selbst gerade erst ein Buch veröffentlichte, stellt mutig eine Frage und will wissen, ob sie den Plot schon vor dem Schreiben kenne oder ob es sich beim Schreiben entwickle. Mal so, mal so, sagt sie. Wichtig ist ihr der direkte Kontakt zu den Lesern, diesen pflegt sie auch gerne. Vor allem über Facebook. Neuerdings arbeitet Poppy auch mit einem Verlag zusammen, sie will ihr Buch eben auch in der Buchhandlung sehen und in die Hand nehmen können. Da reicht das e-Book dann doch nicht mehr. Über die Zusammenarbeit kann dann aber nicht mehr gesprochen werden, ihre Zeit ist um.

Für Selfpublishing-Interessierte war wenig Neues dabei, aber das hatte ich auch nicht unbedingt erwartet, schließlich geht es hier um ein allgemeineres Publikum. Und das interessiert vor allem eines: Erfolg! Über zwei Millionen verkaufte Bücher, das ist schon cool. Schön fand ich, dass auch Poppy heute über ihr erstes Cover schmunzeln kann und generell sehr sympathisch ist, sie lachte viel und gab kleine Einblicke in das Selfpublisher Sein. Auch wenn ich nicht unbedingt glaube, dass dem Laien vor dem Fernseher wirklich klar geworden ist, was Selfpublishing genau ist und wie es funktioniert.

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