Literaturpreise für Selfpublisher

Danilo Blaeser

Die Publikation eines e-Books ist im Vergleich zum Printformat weniger aufwendig, die Schreibarbeit ist jedoch dieselbe. Wer viel Zeit und Arbeit in sein Werk investiert hat, hofft danach natürlich auf Anerkennung und Lob, im Idealfall sogar auf einen Preis. Doch welche Auszeichnungen und Belobigungen können Autoren als Selfpublisher auf dem e-Book-Markt eigentlich erwarten?

International

Große Literaturpreise, die speziell auf Selfpublishing ausgelegt sind, stellen derzeit noch eine Rarität dar. Lange Zeit bildete nur der Gregor international calendar award, bei dem besonders gelungene und selbstverlegte Kalender zu verschiedenen Themen ausgezeichnet wurden, eine Ausnahme. Seit April 2014 gibt es jedoch den monatlichen Literary price for self-published authors, der von der großen britischen Tageszeitung The Guardian in Kooperation mit dem Verlag Legend Times verliehen wird. Wie bei den meisten Auszeichnungen dieser Art locken hier weniger finanzielle Prämien und Vergütungen, als vielmehr die wichtige Publicity und das Renommee, um sich von dem dauerhaft überlaufenen Markt abheben zu können.

Ein Großteil der für Selfpublisher interessanten Auszeichnungen bezieht sich jedoch weniger auf das Selbstverlegen im Besonderen als vielmehr auf das e-Book im Allgemeinen. So etwa die Global Ebook Awards des inzwischen verstorbenen amerikanischen Autors und Unternehmers Dan Poynter: Eingesendete e-Books werden geprüft, um sich im Falle einer Nominierung anschließend mit entsprechenden Online-Plaketten in den Abstufungen „nominiert“, „Bronze“, „Silber“, „Gold“ und „ehrenhafte Erwähnung“ schmücken zu dürfen. Den ersten Plätzen winken Erwähnungen auf der Homepage, in sozialen Medien und im Newsfeed sowie sogenannten Lehrstunden, in denen die Veröffentlichung der eigenen Werke verbessert werden soll.

National

Ähnliche e-Book-Auszeichnungen bieten Unternehmen wie zum Beispiel tredition an. Das Buch des Monats verspricht zusätzliche Erwähnungen im Programmsortiment sowie spezielle Vermarktungsmaßnahmen, um die Publicity zu erhöhen. Diese Möglichkeit besteht jedoch nur für Autoren, die bereits Teil des Unternehmens sind und dienen mehr als interner Motivationsschub und verkaufssteigernde Maßnahme denn als Förderung unbekannter Autoren.

Auch der als Förderpreis konzipierte Seraph der Phantastischen Akademie e.V. bezieht inzwischen selbstveröffentlichte Fantasy- und Science-Fiction-Werke mit ein. So belegte 2016 bei der inzwischen fünften Verleihung dieser Auszeichnung die Selfpublishing-Autorin Hanna Kuhlmann den ersten Platz in der neuen Kategorie „Bester Indie-Autor“, was ihr eine Trophäe sowie stolze 3000 Euro einbrachte, eine Summe, die man nur bei wenigen Ehrungen dieser Art findet.

Eine der größten Trophäen für Selfpublisher stellt derzeit der Kindle Storyteller Award dar, den Amazon auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober 2015 erstmals verliehen hat. Im Gegensatz zu den meisten anderen Preisen ist dieser sogar mit 10.000 Euro dotiert, zu denen noch einmal 20.000 Euro in Marketingleistungen hinzukommen. Ein beachtlicher Gewinn, für den jedoch nur Autoren nominiert werden, die ihre Bewerbung über die Plattform Kindle Direct Publishing einreichen.

Doch wie sieht die Situation in Deutschland außerhalb der verschiedenen Marktteilnehmer aus? Hier tut sich lediglich der von Robert Goldschmidt ins Leben gerufene Deutsche eBook Award hervor, welcher besonders gelungene Kreativleistungen würdigt und auf der Leipziger Buchmesse verliehen wird. Bei diesem handelt es sich jedoch nach eigener Aussage „nicht um einen Literatur- sondern um einen Produktpreis“, was letztendlich bedeutet, dass nicht der Inhalt, sondern die Präsentation und das Äußere im Vordergrund stehen. So können die verschiedensten Genres und Kategorien effektiv verglichen werden, allerdings wird nur das Design, nicht jedoch Schreibtalent berücksichtigt.

Fazit

Die Selfpublishing- und e-Book-Branche kann also sicherlich nicht mit Auszeichnungen wie den Oscars oder dem Nobelpreis konkurrieren. Preisträger werden selten finanziell oder materiell entlohnt, sie können dennoch einige Momente im Rampenlicht genießen, sowie ihr Werk mit dem jeweiligen Prädikat schmücken, um die Verkaufszahlen zu erhöhen. Im Umkehrschluss bedeutet dies jedoch, dass auch negative Spottpreise wie Hollywoods „Goldene Himbeere“ erstmal nicht zu befürchten sind.

Advertisements

2 Kommentare zu “Literaturpreise für Selfpublisher

  1. Pingback: Literaturpreise für Selfpublisher | Lesbar und Texterei von Texthase Online

  2. Pingback: Literaturpreise für Selfpublisher | Textflash Autorenberatung

kommentieren

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s