Die unendliche Debatte: hartes oder weiches DRM?

Ein Kommentar über die Benutzerfreundlichkeit des Kopierschutzes von Fabienne Franz

Es ist diese Debatte, die immer wieder aufploppt, sobald es sich um e-Books dreht: Was ist der beste Schutz für ein e-Book? Um es vorneweg zu nehmen: Eine zufriedenstellende Antwort für jedermann sucht man auch in diesem Artikel vergeblich. Es ist aber auch schwer, es jedem rechtzumachen. Da gibt es diese Autoren, die nachts Alpträume bekommen von der Vorstellung, dass ihr Buch, nur mit einem digitalen Wasserzeichen markiert, plötzlich überall im World Wide Web herumwabert. Die Anzahl der Netzdiebe steigt und steigt und die davon ausgehende Gefahr ist unberechenbar.

Okay, kehren wir mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurück: Wie oft ist das schon passiert? Ich gebe zu, ich kenne keine Zahlen, aber in der ganzen Diskussion frage ich mich häufig, ob diese stellenweise Piraterie wirklich das Schlimmste ist, was einem Selfpublishing-Autor passieren kann. Mit Hilfe eines simplen wie genialen Wasserzeichens, dem so genannten weichen DRM, kann stets nachvollzogen werden woher der Text kommt, beziehungsweise ursprünglich kam. Aber reicht das? Um das zu beantworten hilft vielleicht ein Perspektivwechsel zum Leser.

Im Selfpublishing von einem Leserpublikum wahrgenommen zu werden, ist eine der großen Herausforderungen für einen Autor. Oft müssen viele Anstrengungen und Mühen unternommen werden, damit ein selbst publiziertes Werk seinen Leserkreis findet. Ist dieses Ziel erreicht, gilt es diesen bei der Stange zu halten, damit die nächste Veröffentlichung an den Erfolg anknüpfen kann. Und woran kann das grandios scheitern? An hartem, benutzerunfreundlichem DRM.

Angenommen der Leser oder die Leserin hat das erste Werk auf dem iPad gelesen und gemerkt, dass sich ein anderer klassischer e-Book-Reader doch besser für die eigenen Bedürfnisse eignet. Um sich auf das neue Buch eines Autors einzustimmen, greift man häufig zur letzten Veröffentlichung, um diese erneut zu lesen. Und da entsteht das Problem: Auf dem iPad war das Werk noch lesbar, auf dem neuen Tolino – Fehlanzeige! Das harte DRM, in diesem Fall am Beispiel von Apple, lässt das nicht zu. Da hat man als Leser wohl Pech gehabt und kann Frust schieben. Oder halt im Netz nach einer, natürlich leider leider nicht ganz legalen, Alternative suchen, die nun mal nichts kostet und ohne DRM auskommt.

Der Leidtragende dieser Situation ist daher der Autor, denn er hat einen zahlenden Leser verloren. Ist man als Leser einmal mit dieser frustrierenden, von diversen Anbietern gesteuerten, DRM-Wand konfrontiert, verliert man schnell die Motivation für so etwas derart unflexibles in Zukunft noch zu bezahlen. Schließlich ist die gehackte DRM-befreite Version irgendwann sowieso im Internet zu finden. Ohne Frage ist das weiche DRM für den Leser die bessere und benutzerfreundliche Variante. Letztlich trifft die Entscheidung aber der Selfpublisher und muss dann auch mit den entsprechenden Folgen leben können.

 

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