Selfpublishing im Land der Mitte

Danilo Blaeser

Dieser Artikel betrifft alle, die aus Angst vor viel Arbeit davor zögern, ein Buch im Selbstverlag herauszubringen. Denn im Vergleich zu manch anderen Staaten haben es deutsche Schreiber damit ehrlich gesagt denkbar einfach. Wirft man einen Blick nach China, so wird schnell klar, dass die vergleichsweise Freiheit unseres heimischen Buchmarktes ein großer Luxus ist. Denn angehende Autoren haben es dort ohne Verlag schwer. Sehr schwer.

Wer in der chinesischen Volksrepublik ein Werk veröffentlichen möchte, benötigt dazu zuerst eine ISBN. Da China über ein eigenes ISBN-System verfügt, muss diese bei einer staatlichen Institution beantragt werden. Um damit allerdings Erfolg zu haben, ist es wiederum nötig, den offiziellen Status eines anerkannten chinesischen Verlagshauses zu besitzen, welchen man nur als chinesischer Staatsbürger erhalten kann. Selbst wer all diese sowohl zeitaufwendigen als auch kostspieligen Hindernisse überwindet, kann nur selten aufatmen – denn nur Bücher, die von der Zensurbehörde der chinesischen Regierung zugelassen werden, können auf eine Veröffentlichung auf dem dortigen Buchmarkt hoffen. Diese Regelung wird derzeit auch auf e-Books ausgeweitet, welche auf dem chinesischen Markt zusätzlich nur zu einem niedrigen Preis von durchschnittlich 1-2 $ gehandelt werden, vor allem, wenn sie nur in englischer Sprache erhältlich sind. Dieser Umstand wird jedoch von dem riesigen Marktvolumen und dem noch immer großen Wachstumspotenzial ausgeglichen.

Wer als ausländischer Autor oder Unternehmer also ein Interesse daran hat, in den chinesischsprachigen Markt einzusteigen, muss auf dortige Partner setzen, sofern er sich nicht auf die weniger stark regulierten Bereiche Taiwan und Hongkong beschränken möchte. Die mitunter größten Marktteilnehmer stellen dabei „Amazon.cn“ sowie die seit 1999 bestehende Vertriebsseite „DangDang“ dar. Besonders Letztere erlebt in letzter Zeit einen Aufschwung und ist in über 50 Ländern aktiv. Der „largest book retailer“ Chinas ist damit trotz aktueller interner Teilhaberstreitigkeiten eine der besten chinesische Book-Publishing-Adressen. Wenn auch in anderen Sortimentsbereichen noch ausbaufähig, so ist der Onlineverkauf von Büchern das Hauptstandbein und eine in diesem Bereich mit Amazon vergleichbare Erfahrung gegeben. Für Neueinsteiger ist dennoch Amazon zu empfehlen, nicht zuletzt aufgrund der wesentlich leichteren Kontaktmöglichkeiten.

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