Auf der Buchmesse mit neobooks

Am Buchmessesonntag durften wir die Bühne des Standes „Studium rund ums Buch“ nutzen und haben dort Vivi von neobooks interviewt. Sie ist bei der Selfpublishing-Plattform für Marketing, Pressearbeit und alles was mit Promotion zu tun hat verantwortlich.

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(v.l.): Katharina Faußner (spubbles) und Verena (Vivi) Vogt (neobooks)

Was ist neobooks? Wie sehen sie sich selbst? Handelt es sich um einen Dienstleister, eine Kommunikationsplattform, eine Community, einen Verlag?

Vivi: neobooks ist eine Plattform für Selfpublisher. Wir unterstützen Autoren, die ihre Werke selbst verlegen möchten. Gleichzeitig betreiben wir auch eine große Community von Autoren und Lesern.

Für Autoren, deren Bücher auf neobooks erscheinen, besteht die Möglichkeit auch bei Verlagen unterzukommen. Ist neobooks damit mehr Scouting-Plattform als tatsächliche Selfpublishing-Plattform?

Vivi: Wir sind stolz darauf, wenn Autoren von neobooks auch in Verlagsprogrammen auftauchen. Viele romantische Titel finden sich im e-Book-only-Programm feelings von Doemer Knaur wieder. Gleiches gilt für das Taschenbuchprogramm von Droemer Knaur und auch Rowohlt scouted fleißig.

Dann seid ihr also primär eine Scouting-Plattform?

Vivi: Nicht primär, aber es ist einer unserer Schwerpunkte. Wir haben den Vorteil, dass wir zur Holtzbrinck Holding gehören. Das bedeutet, die angeschlossenen Verlage schauen bei neobooks nach neuen Autoren. Das stellt übrigens ein Alleinstellungsmerkmal bei den Selfpublishing-Plattformen dar. Jeden Monat erstellen Lektoren eine Shortlist, auf der drei Titel aus dem neobooks-Programm zu finden sind. Diese Manuskripte werden genauer angesehen, bewertet und die Autoren bekommen zu ihren Titeln ein Gutachten.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit ePubli, die ja auch unter dem Holtzbrinck Dach zu finden sind?

Vivi: Die Umstrukturierung zu Anfang des Jahres führte zur Bündelung der Kräfte. neobooks und ePubli wollen nun enger zusammenarbeiten, wir geben uns gegenseitig Tipps. Aber die beiden Plattformen bleiben unabhängig voneinander bestehen. Sie sprechen ja auch grundsätzlich verschiedene Zielgruppen an. neobooks will vor allem die Leser- und Autorencommunity stärken. Auf unserer Plattform sind viele Leser aktiv, die Rezensionen schreiben oder sie auf ihrem Blog posten. neobooks bewegt sich hier viel im Bereich Belletristik, ePubli konzentriert sich hauptsächlich auf den Sachbuch- und Ratgeberbereich und natürlich Print-on-Demand-Titel.

Zurzeit verweist neobooks im Printbereich auf ePubli, wenn der Autor ein gedrucktes Buch wünscht.

Vivi: Im Moment noch, ab Mai wird es aber auch bei neobooks diese Möglichkeit geben.

Wie groß ist die Community an Lesern und Autoren auf neobooks konkret?

Vivi: Es sind mittlerweile 50.000 Menschen, die bei uns angemeldet sind. Außerdem betreiben wir auf Facebook eine neobooks CommunityGruppe, die täglich aktiv ist und Support bietet. Hier helfen sich die Autoren auch gegenseitig in viele Fragen. Austausch und Zusammenspiel zwischen den Autoren ist wichtig und ist auch Realität. Die Autoren-Buddies helfen sich bei Schreibblockaden und geben sich gegenseitig Marketingtipps.

Uns ist aufgefallen, dass im letzten Jahr vor allem über die Professionalisierung der Autoren im Selfpublishing-Bereich diskutiert wird. Wie schätzen Sie die Lage ein und wo müssen Autoren noch etwas aufarbeiten?

Vivi: Ja, die Autoren werden professioneller und verkaufen dann auch merkbar mehr Bücher. Das beginnt bereits beim eigenen Autorenblog. Ein ordentlich aufgebautes Blog, hinter dem Content steht, der gut geplant ist, ist wichtig. Das betrifft auch das Thema Social Media. Facebook und Twitter funktionieren unterschiedlich und setzen damit auch unterschiedlichen Content voraus. Bei Instagram sollte beispielsweise alles etwas verspielter sein als bei Facebook, das eher zur Informationsverbreitung genutzt wird. Autoren haben das mitbekommen und spielen diese Karten besser aus, als noch vor ein paar Jahren.

Dennoch, es muss natürlich auch noch etwas passieren. Beispielsweise beim Thema Cover. Es ist nun einmal so, dass in Online Stores das erste was auffällt das Cover ist. Wenn das nicht ordentlich ist, entscheidet der Spontankäufer eher über den Preis. Ein gutes Cover ist also wichtig! Wir sind froh, dass sich hier mittlerweile viele Plattformen aufgetan haben, die professionelle Cover anbieten und die Bereitschaft der Autoren mit Designern zusammenzuarbeiten steigt.

Cover ist die eine Sache, aber wie steht es mit dem Lektorat für Selfpublisher? Wir haben das Gefühl, hier wird viel diskutiert. Selfpublisher entscheiden sich bewusst für das Selbstverlegen, damit ihnen keiner reinredet. Lektorat nein, Korrektorat ja?

Vivi: Ich sehe das zwiespältig, denn auf der einen Seite verstehe ich die Autoren. Es ist ihr Werk, man hat eine genaue Vorstellung davon, wie die Geschichte sein soll und anders darf sie nicht sein. Da soll kein Lektor sagen: Das Ende finde ich anders besser. Dennoch, auf der anderen Seite, kann die Zusammenarbeit mit einem professionellen Lektor förderlich sein. Diese können sehen, wo die Geschichte noch nicht ganz schlüssig ist, wo ein Charakter auftaucht, der noch nicht eingeführt wurde und so weiter. Das kann nicht schaden. Ich empfehle schon noch jemanden drüber schauen zu lassen, auch inhaltlich.

Wie ist die Buchmesse für neobooks?

Vivi: Wichtig, um Autoren kennenzulernen und die Community zu stärken. Die Buchmesse ist der ideale Ort, um alle kennenzulernen. Alle treffen sich hier, das Team von neobooks, die Autoren und die Leser. Dabei ist der Austausch mit Autoren wichtig, die bereits bei uns sind, sowie mit neuen Autoren ins Gespräch zu kommen. Gerade bei Unsicherheiten kann man hier nochmal klarmachen, was gerade im Selfpublishing alles möglich ist.

Wo sind mehr Autoren? In Leipzig oder in Frankfurt?

Vivi: Schwer – ich glaube vielleicht in Frankfurt? Dort sind viele Autoren, die an den Fachbesuchertagen kommen und konkrete Fragen haben. Wie und was kann ich als Autor alles tun. In Leipzig möchten die Autoren viele Informationen zu Basics, Grundinfos und Marketingfragen.

Wo siehst du Selfpublishing in 10 Jahren?

Vivi: Mehr Leute werden Wind davon bekommen, mehr Leute erfahren von Selfpublishing-Dienstleistern und lernen, dass sie ein Buch veröffentlichen können, ohne zum Verlag gehen zu müssen. Die Neuveröffentlichungen werden mehr werden, die Anzahl der Leser wird jedoch gleichbleiben. Der Autor wird stärker um Plätze auf den Readern oder im Regal kämpfen müssen.

Abschlussfrage: Was muss der Nachwuchs unbedingt noch lernen, um bei einem Dienstleister unterzukommen?

Vivi: Ganz wichtig: Flexibel und spontan sein. Lust haben, neue Sachen ausprobieren wollen und so weiter. Wichtig ist auch geworden, dass man sich online wohl fühlt. Ihr solltet euch in Social Media auskennen und auch den Weg, den die Autoren gehen, kennen. Die sprechen einen nämlich gerne auf diesem Weg an. neobooks hat beispielsweise zwar auch eine Telefonnummer, aber der erste Weg ist eben online. Sammelt redaktionelle Erfahrung, bloggt, verbreitet euren Content und seid nicht schüchtern. Dann habt ihr gute Chancen bei einer Selfpublishing-Plattform unterzukommen.

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Verena (Vivi) Vogt

 

 

 

 

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