Die BoD Selfpublishing-Studie 2016

DSC_6002Donnerstag 17.03. – endlich geht es los, die Leipziger Buchmesse öffnet ihre Tore und lädt zum Schmökern, Entdecken, Zuhören und Lesen ein. Auch für Selfpublisher und Interessierte gibt es dieses Jahr wieder viel zu entdecken. Wir starteten mit einem Vortrag über die europäische Selfpublishing-Studie 2016 von Books on Demand. Als Gäste waren Jörg Pfuhl (Unternehmensberater), Laura Newman (Autorin) und Iris Kirberg (BoD) geladen und diskutierten vor durchaus großem Publikum die Ergebnisse der diesjährigen Studie.

Die Studie

An der Studie nahmen ca. 5500 Autoren europaweit teil, davon ca. 4000 aus Deutschland – das verwunderte nicht, bedenkt man, dass der deutsche Buchmarkt der größte in Europa ist und somit auch der deutsche Selfpublishing-Markt alle anderen übertrumpft. Buchhändler und Leser wurden ebenfalls für die Studie 2016 befragt, jedoch nahmen aus diesen Gruppen deutlich weniger an der Studie teil.

Ergebnisse

Zu Beginn wurden die Kernergebnisse der Studie festgehalten: Freiheit und Professionalisierung. Diese beiden Schlagworte sind keine neuen mehr, steht doch schon seit einigen Jahren beim Selfpublishing die kreative Freiheit und Kontrolle über die eigenen Produkte im Vordergrund. Auch von Professionalisierung wurde schon auf den letzten Messen häufig gesprochen. Im Gespräch wurde diese etwas konkretisiert: Die Studie ergab, dass die Professionalisierung vor allem dem Selbstverständnis der Autoren geschuldet sei, da diese ein immer größer werdendes unternehmerisches Interesse am Selfpublishing haben und das Autor Sein als Beruf wahrnehmen, die Anzahl der Hobbyautoren habe sich in den letzten Jahre verringert. Auch seien Selfpublisher keine Einzelkämpfer, die Professionalisierung gehe zunehmend mit einer Community-Bildung einher. Der Autor hole sich Hilfe durch Dienstleister oder ähnliches und betreibe so in den Grundzügen fast schon einen eigenen Verlag.

Verbesserte Qualität

Durch die Zusammenarbeit mit Dritten steige zudem der Qualitätsanspruch – jeder Dritte Selfpublisher holt sich Hilfe von außen, sei es für das Cover-Design oder das Lektorat. Doch zeichne sich die Selfpublishing-Sparte nicht nur durch die Zusammenarbeit mit verschiedenen Dienstleistern aus, die Lesereinbindung spiele eine ebenso bedeutende und auch besondere Rolle im Selfpublishing. Den Autoren sei es wichtig, enge Kontakte zu den Lesern herzustellen und sich Feedback zu holen. Laura Newman erzählte, dass sie beispielsweise bei der Frage nach den Namen der Protagonisten oft ihre Leser befrage und eine feste Testleserschaft habe, die zum Teil die Aufgabe eines Lektorats übernehme. Hier stellen sich deutliche Unterschiede zum klassischen Verlagswesen heraus – dort sei der Kontakt nach außen vor allem durch den Buchhandel gegeben, Kommunikation mit dem Leser gebe es kaum.

Der Buchhandel

Das Thema, oder gar das Problem Buchhandel kam daraufhin in der Runde auf – ist der Buchhandel schon integriert? Haben Titel von Selfpublishern eine Chance gegenüber von Verlagstiteln? Die Studie räumt erste Vorurteile aus, rund 53 Prozent der befragten Autoren gaben an, dass ihre Titel im stationären Buchhandel vertreten seien. Ca. 75 Prozent sagten, dass der Buchhandel als einer der wichtigsten Vertriebswege anzusehen sei. Pfuhl zufolge gelte es nun, diese Lücke zu schließen. Der Buchhandel gab an, häufig nach Selfpublishing-Titel gefragt zu werden, es sei so wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis der Handel Selfpublisher in ihr alltägliches Programm aufnehmen werde. Die Kooperation fände schon größtenteils statt, auch wenn die Autoren hier noch viel Eigenarbeit leisten und den Handel direkt kontaktieren müssten.

Ausblick

Abschließend wird festgehalten, dass sich die Trennung zwischen Hobbyautoren und Autoren mit unternehmerischem Anspruch in den nächsten Jahren verschärfen werde. Zudem sei das Selfpublishing immer mehr eine bewusste Entscheidung, auch in der Wahrnehmung der Leser und der gesamten Branche seien Selfpublisher nicht mehr die gescheiterten Autoren, die keinen Verlag gefunden haben. Als weiterer Trend wird vorhergesagt, dass der Handel erkenne werde, welche Chancen er ohne Selfpublishing verpasse und wie sich durch die Auseinandersetzung mit Selfpublishing profiliert und dadurch ein Vorteil gegenüber dem Online-Handele erzielt werden könne.

 

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