Was ich zum Plagiat noch sagen möchte …

Ein Kommentar zu den aktuellen Plagiatsvorwürfen im Selfpublishing

Plagiate sind ein Thema, das uns – sowohl als Studierende als auch als spubblizisten – häufig beschäftigt. Im Studium kriegt man geradezu eingehämmert, dass jedes Zitat ausreichend gekennzeichnet werden muss, bloß nicht auch nur annähernd abschreiben. Im Selfpublishing ist bzw. sollte es eigentlich ein ungeschriebenes Gesetzt sein, nichts zu kopieren. Gerade häufen sich aber wieder Berichterstattungen, dass einige Selfpublisher das nicht ganz so genau nehmen. Eine Frechheit, finde ich!

Unendliche Möglichkeiten

Selfpublishing bietet seinen Autoren und Lesern unendliche Möglichkeiten. Jede Nische kann bedient werden, jeder der etwas veröffentlichen will, kann es ohne oder mit wenig finanziellen Mitteln tun. Egal ob aus Prestigegründen, dem Willen einmal ein Buch zu veröffentlichen oder um seine Geschichte zu erzählen. Das Selfpublishing ist für nahezu alles offen, bietet jedem, der will, eine Plattform für ungewöhnliche Veröffentlichungen, die es in einem Verlag wahrscheinlich nie geschafft hätten.

Unzureichende Qualität

Genau das führt unter anderem zu den ständigen Diskussionen über die Qualität und den Wert eines selbstpublizierten Werks. Ja, nicht alles ist super, manche Rechtschreibung ein Graus und auch über schreckliche Cover haben wir schon das ein oder andere Mal schmunzelnd berichtet. Es gibt aber auch herausragende Werke, Werke die danach noch einmal in einem Verlag herausgegeben wurden oder eine große Fangemeinde finden.

Abgeschrieben!

Die Branche spricht derzeit ständig von einer Professionalisierung. Diese Professionalisierung habe ich mit Begeisterung aufgenommen und beobachtet, die Entwicklung des Selfpublishing-Marktes ist enorm und bietet für Autoren, Leser, Dienstleister und auch Verlage neue Möglichkeiten. Und nun wieder, die Erfolgs-Selfpublisherin Katja Piel hat wahrscheinlich ein ganzes Buch abgeschrieben. Solche Fälle ziehen das Selfpublishing runter – und zwar ziemlich tief. Nachdem die Branche zufrieden mit den Entwicklungen schien, sich auch Verlage und andere Branchenteilnehmer zunehmend mit Selfpublishing anfreundeten, ist der Aufschrei nun groß!

Meiner Meinung nach berechtigt! Nur weil es beim Selfpublishing keine Kontrolle wie in einem klassischen Verlagshaus gibt, heißt das noch lange nicht, dass man einfach mal was abschreiben kann. Wahrscheinlich bewusst und mit dem Gedanken, dass das schon nicht auffallen wird. Woran diese Autoren nicht denken, ist das Ansehen ihrer Kollegen – die Plagiatsfälle im Selfpublishing schaden diesen und auch der gesamten Branche. Das ist schade, denn dadurch haben ehrliche und aufrichtige Selfpublisher, die hart neben ihrem Brotjob arbeiten um ihren Fans bald ein neues Buch präsentieren zu können, gefährdet. Oder etwa nicht? Denn was mich zusätzlich den Kopf schütteln lässt, ist der Umgang der Fangemeinde mit dem aktuellen Plagiatsfall. Piel veröffentlichte auf Facebook eine Erklärung für ihr Abschreiben, die selbst Selfpublishing-Kollegen ihr nicht abnehmen. Ihre Behauptungen wirken so aus der Luft gegriffen und unglaubwürdig, dass auch wir nicht glauben können, dass das alles ein Versehen war, ganz unbeabsichtigt. Doch ihre Fans stehen hinter ihr, zumindest ein Teil. Sie tun den Plagiatsfall ab, als wäre es nicht weiter wichtig. Ihnen genügt es, dass das Buch nun nicht mehr zum Verkauf steht und damit ist die Sache augenscheinlich erledigt.

Das finde ich absurd – dadurch wird das Plagiat nicht rückgängig gemacht, es folgen scheinbar keine Konsequenzen für die Autorin und vor allem wird dabei überhaupt nicht an den ursprünglichen Verfasser gedacht. Diesem wurde Unrecht getan. Man kann nur hoffen, dass es weiterhin aufmerksame Leser gibt, die solche Fälle öffentlich machen, die Selfpublisher anprangern und dadurch vielleicht sogar helfen können, ein System zu etablieren, das Plagiate nicht möglich macht, bzw. ahndet.

Sensibilisierung notwendig

Zum Schluss möchte ich sagen, dass ich an gutes, ehrliches Selfpublishing glaube und hoffe, dass irgendwann auch Fans ihren Autoren den Rücken kehren, wenn ein Plagiat vorliegt. Das scheint mir nur fair. Dafür muss aber wahrscheinlich vor allem der Leser sensibilisiert werden, sie müssen erkennen, dass Abschreiben nicht nur eine Lappalie ist – von rechtlichen Konsequenzen einmal abgesehen.

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