Spubbles Quickies #17

Alle zwei Wochen haben wir für euch den kommentierten Rückblick: Was tut sich aktuell in der Branche? Heute mit Preisträgern bei Lovelybooks und Amazon, einer Klinik für Cover und dem Selfpublishing-Manifest …

Lovelybooks-Leserpreis an Selfpublisher

Die Nutzer von Lovelybooks haben ihre Lieblings-Buchneuheit 2015 gewählt  – unter den Siegern ist unter anderem die Selfpublisherin Marah Woolf, die im Bereich Fanatsy und Science Fiction ihre Leser begeistert. Auch Emily Bold wurde ausgezeichnet – in der Kategorie Humor. In einer Auszeichnung neben Verlagsautoren genannt zu werden ist für Selfpublisher sicher eine Ehre, dennoch darf bei diesem Preis nicht ganz vergessen werden, wer da eigentlich abstimmte. Laut Indie-Publishing haben 100.000 Leser ihre Stimme abgegeben. Betrachtet man die Preisträger näher, wird jedoch relativ schnell klar, dass sich diese Leser in einer bestimmten Sparte finden lassen und gewisse Vorlieben zu teilen scheinen. Eine renommierte Branchen-Jury gab es nicht.

 

Die Book Cover Clinic

Der Stand 75B auf der Frankfurter Buchmesse, die sogenannte Book Cover Clinic einer niederländischen Designagentur, zog an den Messetagen einige Blicke auf sich. Im Stil einer Arztpraxis widmeten sich die Designer in Kitteln den 20 Büchern der Longlist für den Deutschen Buchpreis und verpassten ihnen kurzerhand ein neues, ihrer Meinung nach angemesseneres Cover. Indie-Publishing lässt sich von Designer Rens Muis die Hintergründe erklären. Viele Cover seien heute austauschbar und fielen kaum auf, erklärt dieser. Und vor allem Selfpublisher könnten viel mutiger sein: „Als Autor hast Du viel mehr Kontrolle darüber, was getan werden sollte, um wirklich etwas Herausragendes zu erreichen.“ Muis plädiert dafür, dass die Cover-Designs stärker auffallen und von gängigen Mustern abweichen müssen.

 

Das Selfpublishing-Manifest

Anlässlich der The FutureBook 2015 Conference beschreibt Ronan Colgan von Carrowmore Publishing Consultancy, einem Unternehmen für Design und Editorial für Selfpublisher und Independents, im Bookseller die neue Situation von Selfpublishing-Unternehmen. Laut Colgan wächst das Selfpublishing immer noch schneller als je zuvor. Und um den Selfpublishing-Unternehmen beizustehen, gibt Colgan ihnen diese Tipps für den Erfolg an die Hand: „Be more than a printer; Be transparent; Be knowledgeable; Be honest and  Be respectful“

 

Das Paradoxon des Kindle Storyteller Awards

Phillip P. Peterson ist der Gewinner des Kindle Storyteller Awards für Selfpublisher, der in diesem Jahr zum ersten Mal vergeben wurde. Neben 30.000 Euro Preisgeld hat sich Peterson damit sowohl eine Hörbuch-Veröffentlichung bei Audible als auch einen Verlagsvertrag bei Bastei Lübbe gesichert. Nun entfachte eine Diskussion um den Versuch Bastei Lübbes, den Titel im stationären Buchhandel zu platzieren. Buchhändler empört dabei vor allem, dass auf dem Cover des Titels ein Hinweis auf den Kindle Storyteller Award abgedruckt ist, der einen direkten Link zum Online-Konkurrenten Amazon darstelle. Klaus Kluge, Bastei-Lübbe Vorstand, versucht zu schlichten – man wolle einen Autor der Öffentlichkeit zugänglich machen und die Potenziale des Selfpublishing-Bereichs ausschöpfen. Das hatte man den Teilnehmern des Awards ja auch versprochen. Leider scheiterte der Versuch Selfpublishing und Buchhandel zusammenzuführen, und zwar mal wieder an Amazon.

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