Spubbles Quickies #15

Alle zwei Wochen haben wir für euch den kommentierten Rückblick: Was tut sich aktuell in der Branche? Heute mit Amazon Books, Anstößigkeiten und Beziehungen …

Amazon im Einzelhandel

Gemunkelt wurde ja schon länger, jetzt ist es tatsächlich passiert. Amazon eröffnete am 3. November eine „erste eigene Buchhandlung“ in Seattle. Überraschung: Der Laden heißt „Amazon Books“. Das Buch-Sortiment umfasst auf 550qm rund 5000 bis 6000 Titel. Zudem gibt es neben Büchern auch Hardware: Kindle-Reader und Tablets beispielsweise. Weitere Pläne gibt es bisher nicht, bzw. wird über mögliche weitere Standorte etc. nichts verraten. Es scheint jedoch klar, das Amazon diese Buchhandlung nicht nur zum Spaß veröffentlicht hat, der Medien-Riese wird sicher auch daraus seine Schlüsse ziehen. Wie sich das auf das Selfpublishing auswirken könnte, ob es vielleicht zu mehr Sichtbarkeit im stationären Handel führen wird und was Autoren davon halten wird sich zeigen, wohl aber erst nach einigen Monaten (oder gar Jahren) der Beobachtung. Der Buchreport liefert aber schon mal erste „Stimmen zu Amazons Vorstoß in den Buchhandel„, und auch Welt und FAZ diskutieren mit.

BoD lehnt Werk über Gewalt ab

Buchmarkt.de veröffentlichte kürzlich einen Leserbrief von Christian Dittus, Literaturagent aus Zürich, in welchem dieser sich über die Entscheidung von Books on Demand wundert, ein Buch des Autors Wolfgang Sofsky aufgrund von Anstößigkeiten abgelehnt zu haben. Ganz nachvollziehbar sei Dittus zufolge die Ablehnung nicht. Doch ist natürlich nicht nur Verlagen das Recht vorbehalten Manuskripte abzulehnen. Auch Selfpublishing-Dienstleister können Titel ablehnen oder nach Überprüfung von ihrer Plattform nehmen, sollte der Inhalt den Grundsätzen des Unternehmens widersprechen. So geschah es bei Wolfgang Sofsky, der bei BoD ein kunsthistorisches Essay über Darstellungen der Gewalt in der bildenden Kunst veröffentlichen wollte. BoD war das Thema wohl zu krass – im Kommentar lässt Thorsten Simon (BoD) verlauten, man habe diese Entscheidung nicht leichtfertig, sondern nach sorgfältigem Prüfen und Abwägen getroffen und, dass eine weitere inhaltliche Begründung nicht erfolgen werde. Dittus Fragen bleiben damit offen …

Weg von der Fernbeziehung

Das Selfpublisher es schwer haben, sich gegen Verlage und auch Verlagsautoren durchzusetzen, scheint ein alter Hut zu sein. In internen Medienkreisen galten selbstverlegende Autoren häufig als qualitätsarm. Die Beziehung zwischen Selfpublishing und den Medien scheint sich nun aber anzunähern – so sieht das zumindest PR-Beraterin Deborah Klein, die mit dem Buchmarkt über „das Verhältnis zwischen Journalisten und Selfpublishern“ spricht. Klein stellt vor allem heraus, dass das Selfpublishing die Hierarchien in der Buchbranche verändert habe und das im absolut positiven Sinne. Um die Beziehungen weiterhin zu stärken, rät sie Selfpublishern vielfältig auf den unterschiedlichen Plattformen unterwegs zu sein und sich selbst zu präsentieren, um so die Chancen zu erhöhen, von den Medien entdeckt zu werden. Das alles aber bitte professionell und durchdacht.

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