Alex van Kleks: „BookRix ist inzwischen leider sehr kommerziell geworden“

Fabienne Franz

Alex van Kleks ist die Autorin von unserem Fundstück „Ein ganz normaler Tag (?)„, einem fast ganz normalen e-Book. In dem die vielleicht doch nicht mehr ganz so normalen Geschehnisse in einer definitiv alles andere als normalen Wohngemeinschaft erzählt werden. Dort leben, lieben und diskutieren nämlich, gestatten, Bestatterin Alex, der Tod und Lucifer. Wir kamen nicht umhin, uns zu fragen, ob wir es hier eventuell mit einer alles andere als normalen Autorin zu tun haben – und baten zum Interview …

spubbles: Seit wann bist Du als Autorin tätig?

Alex van Kleks: Angefangen habe ich mit kleineren Kurzgeschichten in der achten Klasse. Ich hab mich auch ein paar Mal an einem Buch versucht, aber immer zu schnell wieder die Lust daran verloren.

Gab es einen konkreten Auslöser dafür, dass Du mit dem Schreiben angefangen hast?

Schreiben hat mir schon immer einfach Spaß gemacht, aber richtig damit angefangen habe ich eigentlich bei einem RPG Spiel mit meinen Freunden. Es war ein kurzfristiges Projekt zum Spaß, bei dem jeder einen Superhelden gespielt hat. Reihum hat jeder eine Seite geschrieben, sie in einen Ordner eingelegt und den Ordner weitergereicht. Das hat mir wirklich Spaß gemacht und als das Projekt leider unterging, habe ich das Schreiben beibehalten.

Wie kamst Du zu deinem Pseudonym Alex van Kleks?

Alex ist die Hauptperson in meinem Buch und gleichzeitig auch die Erzählerin der Geschichte. Das Kleks bezieht sich auf die Spaßgeschichte, welche ich damals mit meinen Freunden hatte. Mein Charakter hatte ein kleines flauschiges Haustier namens Kleksi und obwohl es nur eine fiktive Gestalt war, ist mir das Kerlchen so ans Herz gewachsen, dass ich es in meinen Namen habe einfließen lassen. Ich bilde mir ein, dass das “van“ dazwischen einfach nur gut klingt.

Wie kamst Du zum Selfpublishing und speziell zur Plattform BookRix?

Mehr per Zufall. Ich habe damals ein gutes e-Book gesucht und bin durch Google bei BookRix gelandet. Ich habe mich etwas auf der Seite umgesehen und die Idee gehabt, ein paar Werke von mir hochzuladen, um sie von anderen bewerten zu lassen.

Welche Leistungen werden von BookRix erbracht?

Auf BookRix ist vieles möglich. Es gibt Hobby-Autoren wie mich, die einfach nur zum Spaß schreiben und ihre Werke hochladen, um sich etwas Kritik einzuholen, und mit „Gleichgesinnten“ chatten wollen, bevor sie irgendwann ihr Buch richtig rausbringen. Andere nutzen BookRix um ihr Buch von Fachleuten überarbeiten zu lassen und zu veröffentlichen.

Bist du mit deinem Vertriebspartner zufrieden?

Leider nein. Als ich mich damals auf der Seite angemeldet habe, gab es fast nur Hobby-Autoren und es ging darum sein Buch anderen vorzulegen und es von ihnen bewerten und/oder kritisieren zu lassen, sich von anderen Autoren inspirieren zu lassen. Jetzt ist die Seite sehr kommerziell geworden, immer mehr verlangen Geld für ihr Buch und es geht mittlerweile mehr darum Geld zu verdienen als Spaß am Schreiben zu haben. Das finde ich sehr schade, habe aber momentan keine Alternative.

Was tust Du, um den Bekanntheitsgrad deines Buches zu erhöhen?

Ich bitte Freunde oder Bekannte es zu lesen, wenn es ihnen gefällt empfehlen sie es weiter. Auch schreibe ich manchmal andere Autoren direkt an und bitte sie mein kleines Projekt durchzulesen und mir vielleicht ein paar Tipps oder Verbesserungsvorschläge zu geben.

Woher nimmst du die Ideen zu deinen Büchern?

Eigentlich aus dem alltäglichen Wahnsinn. Es sind viele Kleinigkeiten, unbedachte Randbemerkungen von Freunden oder Arbeitskollegen oder einfach Tagträumereien. Manchmal macht es einfach Klick und ich spinne aus diesen Kleinigkeiten kurze Szenarien und denke mir „Das muss ich dringend irgendwo einbauen“. Zack! ist mein Notitzbuch gezückt und eine neue Idee geboren.

Die Idee zu „Ein ganz normaler Tag (?)“ kam mir eigentlich vor fünf Jahren, als ich in der neunten Klasse war. Ich wollte damals unbedingt den Beruf Bestatter erlernen und habe mich in den Ferien für ein zweiwöchiges Praktikum bei einem örtlichen Bestatter beworben. Dieser zeigte sich ganz begeistert, dass sich ein Mädchen meines Alters so für den Beruf interessierte. Weniger begeistert war da meine Familie, die der festen Überzeugung ist, dass Bestatter kein anständiger Beruf und schon gar nicht etwas für ein Mädchen ist. Mein Bruder fing an mich „der dunkle Praktikant“ zu nennen und fragte mich einmal ob es mich nicht stört, mit dem Tod zusammenzuarbeiten.
Und plötzlich hatte ich diese Idee im Kopf. Noch am selben Abend schrieb ich eine Kurzgeschichte, die jetzt auch das erste Kapitel von dem e-Book ist. Eine (fast) ganz gewöhnliche Alltags-Szene am Frühstückstisch. Alex, die angehende Bestatterin, und der Tod. Die Idee mit Luzifer kam mir, als ich anfing zu schreiben und so waren meine drei Protagonisten geboren.

Wie haben deine Freunde auf das Buch bzw. die Geschichten reagiert?

Sehr unterschiedlich, einige waren hellauf begeistert und wollten unbedingt, dass ich weiterschreibe. Diesen Freunden habe ich es auch zu verdanken, dass aus dieser eineinhalb-seitigen Kurzgeschichte mittlerweile über zwanzig Kapitel geworden sind. Durch das Buch haben mich auch Leute angeschrieben mit denen ich mich unterhalten und auch zum Teil persönlich getroffen habe.
Sie alle bringen hin und wieder gerne Ideen mit ein. Charaktere wie die verrückte Künstlerin Betty, die in ihrer eigenen Traumwelt lebt oder Phillip, der etwas schüchterne „Normalo“, der sich in Tod verliebt, sind nur durch sie entstanden.
Andere Freunde haben sich in einigen Charakteren wiedergefunden und fühlten sich leider auf den Schlips getreten, waren zum Teil sogar beleidigt.

Wie sieht es insbesondere mit dieser Lucifer-Person aus?

Lucifer war ein Selbstläufer. Er basiert zwar auf mehreren Leuten die ich kenne, war aber am Anfang nur der Lückenfüller. Ich habe jemanden gebraucht, der das Gespräch etwas in Gang bringt. Tod alleine ist eigentlich ein sehr introvertierter, düsterer Mann, während Alex eine gutgelaunte Zynikerin ist. Lucifer bringt etwas Schwung in die Gesichte, er reizt seine Mitbewohner und ist eine überhebliche und arrogante Person, der es nur darum geht, Spaß zu haben, und die sich selbst am nächsten steht.
Überraschenderweise haben mich einige Leser angeschrieben und den Wunsch geäußert, Luci öfter auftauchen zu lassen. Später wurde ich sogar von vielen meiner Freunde und einigen Lesern aufgefordert ihn und Alex zusammenzubringen.
Eine Entwicklung die eigenlich nicht geplant war, aber dennoch ganz gut gelaufen ist.

Du hast in deinem Profil erwähnt, dass „Ein ganz normaler Tag (?)“ gewissermaßen ein Langzeitprojekt ist. Was bedeutet das genau?

Wie bereits erwähnt war das erste Kapitel, das Frühstück der WG-Mitbewohner Lucifer, Tod und der Bestatterin Alex nur eine Kurzgeschichte, die ich gepostet habe. Auf Wunsch kamen noch zwei, drei Posts dazu und dann habe ich BookRix entdeckt. Rein aus Spaß habe ich die Kapitel miteinander verbunden und in ein Buch gesteckt und hochgeladen. Danach wollte ich die Sache eigentlich abschließen und ein neues Buch schreiben, doch beim Schreiben anderer Geschichten oder auf Arbeit kamen mir immer wieder neue Ideen und Gedanken, die ich dann doch wieder in ein Kapitel gepackt und mit in das Buch gesteckt habe. „Ein ganz normaler Tag (?)“ ist an und für sich keine einzelne, zusammenhängende Geschichte, sondern sehr viele kleine Kurzgeschichten. Ich nutze das Buch als Sammelsurium für lustige oder verrückte Ideen, die ich sonst nirgends einbauen kann, oder ich schreibe einfach weiter, wenn mir danach ist. Ich habe bisher kein Ende in Sicht. Deswegen kann man dabei eher von einem Projekt als von einem Buch sprechen. Allerdings habe ich vor, einige Kapitel daraus zu fischen, diese zu überarbeiten und überarbeiten zu lassen und vielleicht klappt es ja in Zukunft mal mit der Veröffentlichung eines „richtigen Buches“.

 

 

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