„Raus aus der Unsichtbarkeit“ mit Emily Bold, Poppy J. Anderson und Hannah Kaiser

roh_04Ann-Christin Schulz

Am Messe-Samstag fand auf der kindle direct publishing-Bühne ein Autorengespräch zwischen Emily Bold, Poppy J. Anderson, Hannah Kaiser und der Moderatorin Marlene Schuheber statt. Die drei erfolgreichen Selfpublishing-Autorinnen erzählten von ihren Anfängen und welche Marketinginstrumente und -strategien sie verwenden, um sich selbst und ihren Büchern zu einem größeren Bekanntheitsgrad zu verhelfen. Sie sind durch die Veröffentlichungen ihrer Bücher mit kindle direct publishing (kdp) und Create Space bekannt geworden. Hannah Kaiser und Poppy J. Anderson schreiben Liebesromane, während Emily Bold auch noch historische Romane verfasst.

Poppys neuestes Buch hat es wieder an die Spitze der kindle-Charts geschafft. Bei ihrem ersten Buch ging sie jedoch, nach eigener Aussage, noch sehr naiv an die Sache heran. Sie lud es lediglich auf die Plattform hoch, ohne eine Homepage oder Facebook als Marketinginstrument zu nutzen. Damals startete sie mit einer Gratisaktion, die sich als sehr erfolgreich erwies. 1.700 Amazon Leser luden sich ihr Buch herunter, wodurch sie Rezensionen bei Amazon und auf Blogs erhielt und erstmals einige Stammfans fand. Heute nutzt Poppy Facebook und andere Social Media Kanäle, um ihre Fans bereits ein paar Wochen vor dem Erscheinungstermin eines neuen Buches neugierig zu machen. Sie füttert sie mit Release Partys, Leseproben, vorzeitiger Vorstellung des Covers und Buchtrailer an. Für Poppy ist der Kontakt zwischen Leser und Selfpublisher besonders wichtig. Dass der Leser beim Schreibprozess dabei sein und auch bei einigen Entscheidungen mitwirken kann, ist für sie das Besondere am Selfpublishing. Die Leser können Wünsche äußern und beispielsweise über Namen, Titel und Charaktere im neuen Buch entscheiden. Diese Involvierung des Lesers lässt sich durch das Social Media bewerkstelligen.

Hannahs erstes Buch brauchte etwa drei Wochen Anlaufzeit bis es sich auf den 2. Platz der Erotik-Kategorie hochgearbeitet hatte. Sie ordnete ihr Buch damals in eine kleinere Kategorie ein, da Kategorien wie Liebesromane und ähnliches riesig sind. Dort gehen unbekannte Autoren schnell unter und Hannah hoffte zu Recht, dass ihr Buch in einer kleineren Kategorie besser sichtbar sein würde. Für Hannah ist Facebook als Marketinginstrument sehr wichtig.

Emilys erstes Buch ist 2011 bei kdp erschienen. Anfangs hatte sie jedoch keine Erwartungen an dessen Erfolg, betrieb deshalb auch kein Marketing. Die Umsätze, die sich nach und nach einstellten, waren eine Überraschung und sie begann erst nach 4-5 Wochen mit dem Marketing. Emily zufolge sind Facebook und eine eigene Homepage die einfachsten Marketinginstrumente. Ihr Newsletter und die Blogeinträge sind inzwischen zweisprachig, denn sie versucht gerade mit Übersetzungen auch den englischsprachigen Markt zu erschließen. Dies stellt sich jedoch als schwierig heraus, da dieser riesig ist und es auch schwieriger ist, von Bloggern rezensiert zu werden, da viele Geld für ihre Arbeit verlangen.

Marketingstrategien

Hannahs Marketingaktionen beschränken sich größtenteils auf Facebook, weshalb sie sich selbst auch als Marketingniete bezeichnet. Dort postet sie allerdings regelmäßig, sowohl über sich selbst als auch über ihre Bücher. Außerdem ist sie dort immer für ihre Leser ansprechbar. Sie veranstaltet dort auch teilweise Gewinnspiele. Da Hannahs Tagesablauf sich jedoch stark nach ihren Kindern richtet und sie eher ein Gewohnheitstier ist, unternimmt und experimentiert sie nicht so viel mit Marketingaktionen.

In dieser Hinsicht unterscheidet sie sich von Poppy, die sehr gerne auch ungewöhnliche Marketingaktionen veranstaltet. Beispielsweise verschenkte sie als Preis eines Gewinnspiels ein Fotoshooting mit männlichen Models, die als Footballspieler verkleidet waren an die drei Gewinnerinnen.

Emily hat hingegen eine andere Sicht auf das Marketing. Sie hat dabei das Gefühl dem Leser etwas verkaufen zu wollen, das er gar nicht haben will. Daher richtet sie sich mit ihren Aktionen mehr an ihre bereits etablierte Fanbase mit speziellen Gewinnen, die einen Bezug zu ihren Büchern haben. Beispielsweise verschenkt sie ein Amulett aus einem ihrer Bücher, beim Kauf von drei Büchern. Sie setzt mehr auf Belohnungen für die kontinuierliche Unterstützung von ihren Fans.

Tipps für den Anfang als Selfpublisher

Für den unbekannten Autor ist es wichtig, Rezensionen zu erhalten. Emily gibt jedoch an, dass es wenig Sinn hat, Freunde und Familie danach zu fragen. Am besten sollte der Autor Blogger ansprechen und die Community einfach um Feedback bitten. Heutzutage ist der Kontakt und Austausch zwischen Leser und Autor einfach geworden, sodass dies gut möglich ist. Gewinnspiele sind ebenfalls eine gute Möglichkeit um Leser zu erreichen. Außerdem sollte der Autor auf Messen anwesend sein und an Presseauftritten teilnehmen.

Der wichtigste Tipp, den Hannah einem Selfpublishingautor beim Schreiben des 1. Buches geben kann, ist: Immer zu Ende zu schreiben. Der Autor sollte außerdem schreiben wohinter er wirklich steht und über ein Thema, das er mag.

Poppy schließt sich dieser Aussage an, denn die Glaubwürdigkeit der Geschichte hängt auch daran, dass der Autor dahinter steht. Ein Autor sollte also nicht allein über ein Thema schreiben, nur weil es gerade im Trend liegt. Zwar sollte er am Ball bleiben, sich selbst dafür aber nicht aufgeben.

Dem kann sich auch Emily anschließen. Der Autor sollte immer authentisch bleiben. Ihr ist es egal, ob dies, auf den aktuellen Thementrend des Marktes bezogen, sinnvoll ist oder nicht. Ein Autor sollte sich ihrer Meinung nach niemals verbiegen lassen oder sich zu etwas zwingen. Lieber sollte er etwas ausprobieren mit dem er sich wohl fühlt – die Leser werden ihm Feedback geben.

Für einen Selfpublishingautoren ist demnach das Marketing und der Kontakt mit dem Leser sehr wichtig. Dazu sollte er sich der Social Media Plattformen bedienen. Besonders Facebook ist dabei hilfreich. Um seinen Bekanntheitsgrad und den seiner Bücher zu steigern sind Marketingaktionen und Rezensionen wichtig. Ein Selfpublishingautor zu sein bedeutet mehr als einfach nur seine Bücher hochzuladen, denn der Autor muss im Hintergrund weiterarbeiten um sich und seine Bücher zu vermarkten. Und das wichtigste von allem: Nicht aufgeben!

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