Professionalisierung noch in den Kinderschuhen?

roh_04Am Mittwoch um 14 Uhr diskutierten in der Self-Publishing Area in Halle 3.0 Florian Geuppert (epubli), Wolfgang Tischer (literaturcafé), Andreas Ländle (droemer knaur) und Friederike Schmitz (VfLL) über die „Professionalisierung der Selfpublishing-Branche“. Bei der Diskussion ging es in erster Linie darum, was Autoren antreibt und wie sich ihre Einstellung und auch ihr Verhalten gegenüber und im Selfpublishing verändert haben. Ebenso wurden Mechanismen des Markts und verschiedene Optimierungsprozesse besprochen.

Schmitz ist der Auffassung, dass es früher mehr Selfpublisher gab, die durch die reine Veröffentlichung ihres Buches angetrieben wurden. Es sei damals vor allem darum gegangen seine Lebenserinnerungen oder Lebensgeschichte in den Händen zu halten. Heute sei man davon weit entfernt, den Selfpublishern gehe es konkret um das Autorsein. Sie wollen Geld verdienen, angemessene Honorare für ihre Geschichten erhalten. Das sei auch ein gesellschaftlicher Trend. Und auf diesen gilt es einzugehen – sowohl als Autor, als auch als Lektor oder Dienstleister.

Verändert hat sich Tischer zufolge nicht nur der Antrieb des Autors, sondern gar die Wahrnehmung des Buches. Professionelle Selfpublisher würden das Buch als Produkt sehen. Sie kennen die Mechanismen des Buchbetriebs und passen sich dem Wandel an. So würden beispielsweise einige Selfpublisher zwischen Krimi, Fantasy und Romanze wechseln – je nachdem, was eben gerade vom Leser bzw. vom Markt gewünscht sei.

Doch nicht nur die Autoren verändern sich, auch die Dienstleister müssen auf die sich wandelnden Marktbedingungen eingehen und den Autoren immer das bieten, was diese sich gerade wünschen. Die Professionalisierung des Marktes führe zu einer steigenden Anzahl an Dienstleistern, die sich Ausdifferenzieren müssen, um den Ansprüchen der Selfpublisher gerecht zu werden. Derzeit spielt unter anderem das Thema Discoverability, also die Auffindbarkeit eines Titels, eine entscheidende Rolle. Epubli sieht eine seiner Aufgaben beispielsweise darin, neue technische Möglichkeiten zu etablieren, die die Auffindbarkeit erleichtern sollen. Dabei gehe es vordergründig darum, Tools zu entwickeln, die dem Autor Arbeit abnehmen und die Discoverability erhöhen. Es zeigt sich somit, dass auch die Dienstleister sich professionalisieren müssen.

Zum Ende hin waren sich die Redner einig, dass die Professionalisierung des Selfpublishings vor allem durch Optimierung angetrieben werde. Optimierungsprozesse spielen wiederum sowohl für Autoren als auch für Dienstleister eine entscheidende Rolle. Selfpublisher seien enorm abhängig von der Meinung ihrer Leser, so können negative Bewertungen dazu führen, dass der Autor seinen Text optimiere. Hier könne dann der Dienstleister ins Spiel kommen und bei diesen Prozessen Unterstützung leisten – oder sein Angebot ebenfalls optimieren. Schlussendlich ist der Prozess der Professionalisierung gerade im vollen Gange, steckt vielleicht sogar noch in den Kinderschuhen und wird uns sicherlich auf dieser und bestimmt auch der nächsten Messe weiterhin begleiten.

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