Cover und ihre Wahrnehmung

Olga Janke

Wer auf die Seite cover-bewerten.de stößt, ist erst einmal leicht irritiert. Geht es hier denn nun um reine Cover oder schon publizierte Bücher? In einer Schleife laufen unterschiedliche Titel von links nach rechts, die die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Wenn man auf eines der Werke klickt, stellt sich heraus, dass es sich um Bücher handelt, deren Cover bewertet werden können.

Kriterien

Die Cover der jeweiligen Titel werden unter der betreffenden Kurzbeschreibung bewertet. Darunter sind Aspekte aufgelistet wie:

  • Motiv
  • Gestaltung
  • Schrift
  • Originalität

Man kann sein Cover einfach durch den Button „hochladen“ der Seite hinzufügen. Dieses muss jedoch erst durch einen Admin freigeschaltet werden, danach kann jeder das Cover bewerten oder ein Kommentar hinterlassen. Um das tun zu können, muss man nur Name und Email-Adresse angeben. Statt eines Namens steht dann bei vielen Bewertern „Anonymous“.

In den unterschiedlichen Kategorien sind die Titel nach ihren Bewertungen geordnet – die Bewertung, die fünf von fünf Sternen hat, steht an erster Stelle. So hat beispielsweise das Cover des Titels „Landsby“ die beste Gesamtbeurteilung. Vier Bewerter gaben im Schnitt 4,75 von 5 Sternen. Dass der Titel auf Platz eins steht, könnte allerdings daran liegen, dass nur so wenige Leute eine Beurteilung abgegeben haben.

Cover_Landsby

© cover-bewerten.de/landsby

Reaktionen

Bei der Rubrik der meist bewerteten Cover gibt es dann ca. 80 Bewertungen zu einem Titel. Das Cover von „Irrlichtern“ ist bei dieser Kategorie auf Platz eins und hat 87 Beurteilungen, jedoch in der Gesamtbewertung nur 4,06 von 5 Sternen. Interessanterweise gibt es sogar die Rubrik „schlechteste Cover“. Da kann man sehen, wie man es besser nicht machen sollte. Von einer unlesbaren Schrift bis hin zu einem grausigen Titelbild ist alles vertreten. Pro Titel gibt es ca. zehn Bewertungen.

Irrlichter

© cover-bewerten.de/irrlichter-das-licht-zwischen-den-welten/

Ranking statt Contest

Unter dem Punkt „Wie funktioniert´s“ wird treffend die Frage bei den FAQs gestellt: „Was soll das hier überhaupt?“ Erklärt wird, dass die Seite für Autoren gedacht ist. Diesen soll die Möglichkeit gegeben werden, unabhängige Meinungen zu ihren Covern zu sammeln. Ausdrücklich wird erwähnt, dass KEIN Wettbewerbscharakter im Vordergrund stehen soll, sondern ein Ranking. Der Sinn der Sache besteht also nicht in der Gewinnung von Popularität, sondern der Informationssammlung. Autoren können mit Hilfe dieser Seite erkennen, ob sie ein adäquates Cover für ihr Buch gefunden haben.

Meinung

Alles in Allem bietet die Seite den Autoren eine gute Möglichkeit Einblicke in die Vorlieben der Leser zu erlangen. So können auch Autoren, die noch nicht wissen welches Cover sie möchten, sehen was ankommt und was nicht. Schließlich kann nicht jeder ein Meinungsforschungsinstitut beauftragen.

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5 Kommentare zu “Cover und ihre Wahrnehmung

  1. Das Cover wichtig sind und tatsächlich für den Verkauf von Bedeutung, ist meiner Meinung nach schon eindeutig belegt worden. Mir stellt sich aber immer noch die Frage, wie groß der Unterschied zwischen Print- und E-Books eigentlich ist. Ist das Cover bei E-Books wichtiger, vor allem die Thumbnail-Anzeige in den Shops, oder interessieren beim Selfpublishing doch hauptsächlich die Inhalte und nur, wenn man im Laden steht und das Buch in der Hand hält, das hochwertige Cover!?

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    • Ich glaube „wichtiger“ ist hier das falsche Wort, der eigentliche Unterschied ist ja die Sache mit dem Thumbnail: Die Größe der Fläche macht den Unterschied, deshalb müssen sich eigentlich zwangsläufig für Thumbnails und Print-Cover unterschiedliche gestalterische Konventionen herausbilden. Die rein Digitale Publikation hat eben nicht den „Plakateffekt“ wenn sie in der Buchhandlung steht. (Viel herumphilosophieren kann man übrigens auch über das Schicksal des Buchrückens und der Umschlagrückseite … Braucht noch jemand ein Thema für die Bachelorarbeit …?)

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  2. Ich denke, es läuft darauf hinaus, dass die Cover für die E-Books etwas weniger wichtig sind. Es geht weniger um ein Impulskauf, als um eine überlegte Kaufentscheidung. An sich auch logisch, da man für das E-Book mehr Aufwand betreibt: Anmeldung, Download, Lesegerät etc.. Entsprechend achten die Leser bei den digitalen Büchern mehr auf den Inhalt.

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  3. Ich seh das etwas anders. Meiner Meinung nach ist das Cover bei E-Books mindestens genauso wichtig, wie bei gedruckten Büchern, wenn nicht noch wichtiger.
    Wenn man in einem E-Book Store auf der Suche nach einem Buch herumstöbert, dann fallen einem zuerst die Buchcover ins Auge. Titel und Autor sind zwar in der Regel auch aufgeführt, aber das Cover ist definitiv am präsentesten und generiert daher auch die meiste Aufmerksamkeit. Ich kann mich zwar auch über den Inhalt eines Buches informieren, aber dafür muss ich zunächst entscheiden, über welches Buch ich mehr erfahren möchte. Und auf diese Entscheidung hat das Cover glaube ich schon einen sehr großen Einfluss.
    Gut möglich, dass sich die Leser am Ende tatsächlich eher wegen des Inhalts, und nicht wegen des Covers für den Kauf eines Buches entscheiden. Aber um erstmal auf einen Titel aufmerksam zu werden, ist das Cover bei vielen Käufen schon mit das wichtigste Auswahlkriterium.

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