Authonomy – Das Vorbild von neobooks & Co.

Fabienne Franz

Die deutsche Selfpublishing-Plattform neobooks startete in Deutschland als Community für Autoren und Lektoren, die sich im Auftrag von Droemer Knaur nach Nachwuchstalenten umschauen sollten. Die Idee einer solchen Community war keineswegs neu, sondern wurde 2008, also zwei Jahre vor der Gründung von neobooks, in Großbritannien vom Verlagshaus HarperCollins Ltd. unter dem Namen Authonomy ins Leben gerufen.

Bis heute funktioniert Authonomy als Akquiseplattform, auf der Autoren Manuskripte und Exposés veröffentlichen können und von Lektoren und Lesern bewerten lassen können. Einzige Vorgabe ist, dass der Text mindestens 10 000 Wörter enthält, da er sonst nicht aufgenommen wird. Selbstverständlich werden auch bei Authonomy nur einzelne Exposés, genauer gesagt fünf pro Monat, von HarperCollins-Mitarbeitern lektoriert und bewertet. Diese landen dann auf dem so genannten Editors Desk. Von diesem Editors Desk haben es schon einige Autoren ins Print- und Ebookprogramm geschafft wie beispielsweise Miranda Dickinson, deren Titel inzwischen auch teilweise ins Deutsche übersetzt wurden (Die wunderbare Welt der Rosie Duncan, Und dann küsste er mich). Ihren Durchbruch via Authonomy schaffte die Buchliebhaberin 2009 mit „A Fairytale in New York“. Eine genaue Zahl der Veröffentlichungen über Authonomy gibt HarperCollins leider nicht an.

Ein großer Pluspunkt von Authonomy im Vergleich zu ähnlichen europäischen Plattformen ist, dass neben Lektoren von HarperCollins inzwischen auch unabhängige Literaturagenten durch die Manuskripte stöbern. Dadurch ergibt sich für die Autoren die zusätzliche Möglichkeit, neben HarperCollins auch in einem anderen Verlagshaus veröffentlichen zu können in dessen Programm sie möglicherweise besser passen. Diesen Pluspunkt bietet neobooks beispielsweise nicht, da es bekanntermaßen „nur“ von DroemerKnaur und Rowohlt durchforstet wird.

Im Gegensatz zu neobooks oder ähnlichen Plattformen hat sich Authonomy aber bis heute nicht als Vertriebsplattform weiterentwickelt, sondern hält an seinem reinem Akquise-Konzept fest. Inwiefern das ein Vor- oder Nachteil ist, bleibt unklar. Klar ist hingegen, dass Authonomy ein echter Impulsgeber war, der eine vollkommen neue Idee der verlegerischen Autorenakquise ins Spiel brachte und damit internationale Trends auslöste.

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