Praktische Herausforderungen

August Werner

Vielen weniger E-Book-affinen Menschen sind die immensen Möglichkeiten des Selfpublishing bisher immer noch unbekannt. Dabei wird seit längeren auch über die Fachpresse hinaus über das Phänomen berichtet. Von „Demokratisierung der Kreativität“ und „Demokratisierung des Verlagswesens“ ist im Zuge der digitalen Revolution des Lesens die Rede. Die aktuelle Entwicklung anzuerkennen und Menschen für diese Form des gleichberechtigten digitalen Austauschs zu begeistern ist die eine Seite. Darüber zu informieren, wie Selfpublishing in der Praxis funktioniert und welche Maßnahmen nötig und lohnend sind, die sehr interessante andere. Deshalb wollen wir die praktischen Herausforderungen dieser Publikationsform austesten.

Die Idee dazu entstand bei mir persönlich aus ganz praktischen Fragen: Lohnt sich Selfpublishing wirtschaftlich? Welcher Aufwand ist nötig, um ausreichend Verkäufe zu generieren? Und: Ist der Aufwand von einer Person zu bewältigen oder braucht man mittlerweile ein kleines Team, um erfolgreich zu sein? Wir wollen es herausfinden und noch in diesem Jahr den ersten Teil einer Serie über kindle direct publishing veröffentlichen – ohne große Vorkenntnisse und ohne Geld zu investieren. Nur mit dem Ziel, durch das gängige und kostenfreie Online-Marketing den Absatz anzukurbeln.

Das Mädchen Midori

Das Manuskript steht bereits – es hat knapp 40 Seiten und wurde uns von einem Autor ohne Selfpublishing-Erfahrung in einer Rohversion zur Verfügung gestellt. Es ist der erste Teil einer Reihe um das Mädchen Midori, das in den Nachkriegsjahren in einem Waisenhaus in Deutschland aufwächst, nach den Regeln des Hagakure (des japanischen Kriegers) erzogen wird und einer Verschwörung auf die Spur kommt, die sie zwingt, sich zwischen den Menschen, die ihr Heimat geben und dem, was ihre innere Stimme sagt, zu entscheiden. Bei Erfolg des ersten Teils werden weitere folgen.

Think Tank

Wir sind ein Team, bestehend aus fünf Personen. Ein kleiner Think Tank also. Bisher wurde in einem ersten dreistündigen Treffen der straffe Zeitplan besprochen und 4 Kernbereiche ermittelt, die den meisten Aufwand erfordern: Zuerst die Covergestaltung (1), wozu die Frage gehört ob wir mit unseren Grundkenntnisse in Photoshop und InDesign das Cover selbst gestalten oder ob wir jemanden finden, der uns in der kurzen Zeit kostenfrei oder gegen eine Gewinnbeteiligung eines erstellt. Als nächstes das Lektorat. (2) Der Text muss auf Lesbarkeit, Rechtschreibung, formale Gestaltung und inhaltliche Stimmigkeit überprüft werden. Der Bereich PR/Marketing (3) steht vor der Herausforderung das Buch bekannt zu machen und in kurzer Zeit möglichst viele Menschen zum Kauf anzuregen. Zuletzt bleibt der technische Bereich (4), also generell wie man kdp bedient und was es zu beachten gilt. Denn wenn wir zum Schluss das E-Book hochladen möchten, soll im letzten Moment nichts mehr schief gehen. Dazu zählt auch die Frage, ob man eine ISBN braucht, ob und wo man Pflichtexemplare abliefern muss und wie die Konvertierung des Textes in das bei Amazon verwendete mobi-Format am besten funktioniert. Darüber hinaus werden wichtige Entscheidungen in der Gruppe erarbeitet und getroffen. So zum Beispiel die Frage nach der Autorenidentität, denn das E-Book soll unter einem Pseudonym erscheinen. Aber auch die Frage in welcher Kategorie man den Text im Amazon-Shop anbietet und welche Schlagworte man ihm mitgibt, auf das er in der Vielzahl an Publikationen gefunden wird, sind wichtige Punkte.

Jetzt

Die richtige Arbeit beginnt erst jetzt. Das Buch hat keinen Titel, kein Cover, keinen Waschzettel und vor allem: Niemanden, der von seinem Erscheinen weiß oder der es gar schon sehnsüchtig erwartet. Es sind weniger als drei Wochen Zeit. Am 8. Dezember soll das fertige E-Book im Amazon-Shop erhältlich sein. Es soll dort Käufer und natürlich inspirierte Leser finden. Wir sind gespannt.

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